Herausragende Persönlichkeiten
der Gemeinde Gertianosch im rumänischen Banat

Verfasser: Richard Weber© 2003.
Herausgegeben im Selbstverlag des Verfassers Richard Weber, 76189 Karlsruhe, Bonhoefferstraße 3.Alle Rechte, auch die der Vervielfältigungen, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme, nur mit Zustimmung des Autors.
(hier veröffentlicht mit Genehmigung des Verfassers) 
An den Leser
Im Rahmen der Vortragsreihe Bedeutende Banater Persönlichkeiten, die vom Kreisverband Karlsruhe der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland organisiert wurde, stellte ich einige herausragende und verdienstvolle Gertianoscher vor. Es war ein Dia-Vortrag, der am 17. November 1995 im Karlsruher "Haus der Heimat" stattfand. Gegenwärtige Arbeit ist eine etwas abgeänderte und ergänzte Fassung dieses Dia-Vortrags. Da meine Arbeit ziemlich umfassend ist, gehe ich nicht auf die Geschichte des Ortes ein, sondern empfehle als geschichtliche Lektüre folgende Bücher über Gertianosch:
1. Monographie der röm. kath. Kirchen - Gemeinde Gyertyamos. Herausgegeben anläßlich des hundertjährigen Jubiläums der Kirchen - Gemeinde Gyertyamos durch die Gemeindevorstehung.Temesvar. Csanader Diözesandruckerei 1885. (Verf. Nikolaus Ludwig)
2. 1785-1935. Hundertfünfzig Jahre deutsches Gertianosch. Banat-Rumänien. Von Dr. Matz Hoffmann, Arzt in Gertianosch. Druck und Verlag der Schwäbischen Verlags AG. Timisoara (1935).
3. Matthias Hoffmann. Gertianosch. Neubearbeitet und ergänzt von Michael Mettler. 1963. Pannonia-Verlag Freilassing.
4. 1785-1985. Gertianosch. Wie es einmal war. Herausgeber: Heimatortsgemeinschaft Gertianosch. (1985)
5. Die Einwanderung und Ansiedlung der Deutschen in Südungarn. Kurzgefaßte Gelegenheitsbroschüre zur Bildenthüllung in Gyertyamos am 15. Mai 1910. Von Stefan Dold, leitender Sekretär des Südung. Bauernvereines. II. Auflage. Druck von Anton Heim, Temesvar.
6. Herkunftsorte der Gertianoscher Kolonisten. Von Dr. Anton Peter Petri. Mühldorf/Inn 1986. (Neue Banater Bücherei XXII)
Die Frage wäre berechtigt: Wieso beschäftigt sich ein Temeschburger mit Gertianoscher Persönlichkeiten? Nun, mütterlicherseits bin ich mit Gertianosch verbunden - meine Großmutter mütterlicherseits war gebürtige Gertianoscherin, namens Elisabetha Römer - und durch meine Ehe mit einer Gertianoscherin - Hedwig Jünger - ist diese Verbundenheit noch mehr gefestigt worden! Wie schon der Titel verrät, werde ich im Folgenden über das Leben und Wirken von Gertianoschern und Wahl-Gertianoschern berichten, deren Leistungen weit über den Rahmen des Alltäglichen herausragen. Weil aber die Verdienste Verstorbener schneller in Vergessenheit geraten können, beschränken sich meine Ausführungen nur auf solche. Die einzelnen Persönlichkeiten werden in alphabetischer Reihenfolge gebracht. Ich versuche die Arbeit mit Bildern zu illustrieren.
Richard Weber Karlsruhe - 2003 


Ballauer Elisabeta
Lehrerin

Sie selbst dürfte die Variante "Elise" bevorzugt haben, da im Text des Hoffmann´schen Heimatbuches diese Form vorkommt, im Namensverzeichnis (S. 260) allerdings "Elisabeta". Ballauer Elisabeta geb. Schmitz kam am 21. Oktober 1889 in Knees - Banat zur Welt. Die Volksschule besuchte sie 1896-1901 in Gertianosch und 1903-1904 die Mittelschule bei den Ursulinerinnen in Großwardein. Sie absolvierte die Lehererinnenbildungsanstalt in Szegedin, wo sie 1909 die Befähigungsprüfung ablegte.
Ihre Lehramtstätigkeit begann Elisabeta Schmitz in der katholischen Volksschule zu Lugosch, doch schon am 5. Februar 1910 wird sie an die Gertianoscher Volksschule berufen. In Gertianosch übte sie eine ersprießliche
schulische und außerschulische Tätigkeit aus. Am 31. August 1944 wird Elisabeta Ballauer, auf Grund einer Verordnung des Unterrichtsministeriums aus dem Lehramt entlassen. Zu dieser Zeit wurden alle deutschen Lehrer, die Mitglieder der Deutschen Volksgruppe in Rumänien waren, aus dem Lehramt entfernt. In der Zeitspanne 1944-1948 unterrichtete sie, Dank des Wohlwollens der Familie Petö, zeitweise an der ungarischen Schule in der "Petö´schen" Ziegelei. Gemäß des Beschlusses der "Säuberungskommission" für deutsche Volksschullehrer vom 17. November 1947, durfte Elisabeta Ballauer ab 1. Februar 1948 an der rumänischen Volksschule in Gertianosch unterrichten, eine deutsche gab es nicht. Als nach der Schulreform, 3. August 1948, eine Staatsschule mit deutscher Unterrichtssprache ins Leben gerufen wurde, setzte sie ihre Tätigkeit an dieser Schule fort, bis zu ihrer Pensionierung am 1. September 1948.
Für die deutschen Kinder, die entweder gar nicht, oder nur mangelhaft Rumänisch sprachen, war die Zeit bis zur Schulreform ganz bitter, denn sie mussten in die rumänische Schule gehen. Deutschunterricht gab es keinen. Lehrerin Elisabeta Ballauer war es, die den deutschen Kindern, zuerst in ihrer Wohnung, dann in dem leerstehenden Kloss´schen Haus gegenüber der alten Schule, zusätzlich Deutschunterricht erteilte.
Elisabeta Ballauer heiratete am 20. November 1920 den Gertianoscher Heinrich Ballauer (geb. 1887), Notärskandidat, der nie als Notär, aber in den Jahren 1920-1925 als Vizenotär in Gertianosch tätig war. Aus der Ehe entsprossen zwei Kinder: Heinrich Anton Otto Ballauer, geboren am 9. September 1921 in Budapest, gefallen an der Ostfront 1942 bei Smolensk und Hilda Margaretha Theresia Ballauer, geboren am 18. August 1922 in Gertianosch.
Elise Ballauer war eine vorzügliche Lehrkraft. Ihre Schüler und Schülerinnen hangen mit viel Liebe an ihr. Als Leiterin des Deutschen Mädchenkranzes (gegründet 1919 von Dr. med. Nikolaus Hoffmann) und des Deutschen Frauenvereins (gegründet 26. Mai 1929) erfreute sie die Gemeinde mit zahlreichen mustergültigen Aufführungen. Außerdem waren Vorträge, Vorlesungen, Volkstänze, Ausflüge u.v.m. im Arbeitsplan des Mädchenkranzes vorgesehen. Nachdem Eliese Ballauer die Leitung niederlegte, musste der Deutsche Mädchenkranz seine Tätigkeit einstellen. Während des Ersten Weltkrieges war sie auch zeitweise im Gemeindeamt tätig. Nach der Schulreform von 1948 gehörte Elisabeta Ballauer zu den Lehrern der "ersten Stunde". Sie und viele andere Lehrkräfte der damaligen Schule übten mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein ihren Beruf aus und hielten dadurch den guten Ruf der Gertianoscher Schule in Ehren.
Elisabeta Ballauer verstarb am 23. Januar 1971 in Gertianosch und wurde auf dem hiesigen Friedhof beerdigt.
(Literatur: 1) Hoffmann, 84, 153, 194, 195,260; 2) Gertianosch, 253; 3) Schriftliche Mitteilung von Adele Schinka geb. Barbu an Verfasser, 9.11.1995)


Barbu Hilda geb. Ballauer
Lehrerin

Geboren am 18. August 1922 in Gertianosch. Die Volksschule besuchte sie in den Jahren 1928-1931 und 1932-1933 in Gertianosch, das Schuljahr 1931-1932 aber in der Budapester Mädchenschule. Nach Absolvierung des katholischen Mädchengymnasiums (1933-1937) in Lippa, besuchte sie 1937-1940 die katholische deutsche Lehrerinnenbildungsanstalt in Blasendorf (Blaj), um dann das letzte Schuljahr 1940-1941 in der katholischen deutschen Lehrerinnenbildungsanstalt bei den Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau (Notre Dame) in Temeschburg zu besuchen und hier das Lehrerinnendiplom zu erlangen. Später absolvierte sie über Fernstudium (1953-1957) die Fakultät für Mathematik und Physik der Universität Victor Babes in Klausenburg.
Während den Schulferien war Hilda Ballauer in den Erntekindergärten in Johannisfeld, Kleinjetscha und Gertianosch tätig. Ihre erste Stelle als Lehrerin (1. September 1941 - 31. August 1943) findet sie in Vulcan, Kreis Hunedoara. Ab dem 1. September 1943 gelang es ihr an die Volksschule nach Gertianosch zu kommen, wo sie ein Schuljahr, bis 1944 tätig ist. Wie allen deutschen Lehrern, werden auch ihr, nach dem 23. August 1944, die Lehrbefugnisse entzogen.
Im Oktober 1944 gelang ihr die Flucht aus Rumänien. In der Zeit November 1944 - August 1945 unterrichtete sie an der deutschen Schule in Sobjeslau in der Tschechei. Vom Oktober 1945 bis im Mai 1946 ist sie als Lehrerin in St. Roman / Österreich tätig. Noch im Mai 1946 kehrte sie illegal in die Heimat zurück, wurde aber in Temeschburg bis zum 4. Augst 1946 festgehalten. Erst ab 1. März 1948 durfte sie wieder an der Schule in Gertianosch unterrichten. Eine böse Krankheit verursachte leider ihr zu frühes Ausscheiden aus dem Lehramt. Ab 31. Januar 1963 wurde sie Krankenrentnerin. Aber schon nach eineinhalb Jahren - am 16. Juli 1964 - erlag sie diesem Leiden. Sie wurde am Gertianoscher Friedhof beerdigt. Hilda Barbu - Ballauer ist nach der Schulreform 1948 an der Wiedereröffnung der deutschen Volksschule in Gertianosch beteiligt. Desgleichen beteiligte sie sich 1950 maßgebend, in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Ioan Barbu, der Direktor der rumänischen Schule war, an der Errichtung eines Internats für Kinder - meist Deutsche - aus den umliegenden Ortschaften: Tschene, Uiwar und Johannisfeld.
Nach dem Schock der letzten Jahre, erwachte allmählich das Interesse der Bevölkerung für kulturelle Tätigkeit. So wurde Hilda Barbu - Ballauer Leiterin des Chores der Arbeiter aus der Ziegelei. Durch ihre unermüdliche Tätigkeit rief sie, innerhalb der Schule, ein Orchester, eine deutsche Theater- und Tanzgruppe ins Leben. Ein Höhepunkt solcher Veranstaltungen, der sicherlich so manchem Gertianoscher in schöner Erinnerung geblieben ist, war im Jahre 1951, die Operettenauffühung "Das goldene Lachen" unter der Regie von Hilda Barbu - Ballauer. Hier wirkten sämtliche deutsche Schulkinder mit. Leider nahm diese Aufführung, durch die im Juni 1951 erfolgte Baraganverschleppung, ein jähes Ende.
Am 28. Juli 1946 heiratete Hilda Ballauer den Lehrer Ioan Barbu, der ab 1. September 1945 bis 31. August 1971 an der rumänischen Schule in Gertianosch als Lehrer und Schuldirektor tätig war und weiterhin in Gertianosch lebte. Aus dieser Ehe entsprossen zwei Töchter: Adele, geb. 1947 und Malwine, geb. 1948.
(Literatur: Gertianosch, 253, 256; 2) Schriftliche Mitteilung von Adele Schinka geb. Barbu an Verfasser, 9.11.1995)Ioan Barbu, Lehrer und Schuldirektor
Er wurde als Sohn einer Bauernfamilie am 30.April.1924 in Nero geboren.
Von 1938 bis 1944 besuchte er die Normalschule für Lehrer in Temeschburg. Um seinen Schulbesuch zu finanzieren wanderte der Großvater nach Amerika aus.
1944 folgte die Militärschule in Ineu mit Fronteinsatz. Ab 1945 arbeitete er als Lehrer in Gertianosch. Von 1949 bis 1970 wirkte er als Direktor der Rumänischen Schule bzw. der Allgemeinschule Gertianosch mit einer Abteilung mit Schulunterricht in deutscher Sprache.
Ab 1970 arbeitete er bis 1984 als Lehrer in der Grundstufe an der rumänischen Abteilung der Allgemeinschule. Bis zu seinem Umzug nach Deutschland wohnte er als Rentner weiterhin in Gertianosch.
1946 heiratete er die Lehrerin Hilda Ballauer (gest. 1964). Die Familie hatte zwei Töchter, Adele und Malvine (gest. 1970). Im Jahr 1972 folgte die Eheschließung mit Lehrerin Maricica Inglezan (gest. 2007).
Vom 01. November.2007 bis zu seinem Tode am 29.Oktober 2008 wohnte er bei seiner Tochter Adele in Deutschland. Beerdigt ist er in Dieburg/Hessen, wo sein Grab oftmals von der Enkelin Adele und den Urenkeln Janina und Timon besucht wird.
Außerhalb der schulischen Verpflichtungen war er im kulturellen Bereich sehr aktiv. Hierbei hat er Kulturprogramme mit den Schulkindern und den Jugendlichen vorbereitet und sie im Heimatort und den umliegenden Ortschaften aufgeführt. Die Kulissen hat er meistens selbst gezimmert und bemalt. Schulausflüge in den Sommerferien wurden durch seine Unterstützung zur Selbstverständlichkeit: 1958 fand eine Rundreise mit der Bahn statt, 1959 wurde eine Unterkunft für den ganzen Sommer auf dem Berge Semenik gemietet und im Sommer 1961 verbrachten viele Kinder die Ferien im Retezat-Gebirge. Dies sollen aber nur ein paar Beispiele sein, weil in den Jahren danach noch viele Ausflüge mit Schülergruppen folgten.
Aktiv war Ioan Barbu auch als Schiedsmann und als Abgeordneter im Gemeinderat.
Privat hatte er immer ein offenes Ohr für die Probleme seiner Mitmenschen und hat oft bei der Erledigung schriftlicher Formalitäten geholfen. Als Rentner hat er Kindern kostenfrei Nachhilfeunterricht erteilt. Er war auch Mitglied im Kirchenrat und vor Ort Vertrauensperson der HOG.
In Deutschland gefiel es ihm sehr gut, besonders die Ruhe und Ordnung hatten es ihm angetan. Er besuchte oftmals den Gottesdienst und verbrachte hier, nach eigener Aussage, eines der schönsten Jahre seines Lebens, gerade weil er sich seinen Urenkeln liebevoll widmen konnte.
Literatur: Privates Schreiben seiner Tochter Adele.
Anmerkungen des Redakteurs: Wenn wir Lausbuben in der Schule mal zur Strafe knien- oder in der Ecke stehen mussten, wurden wir sofort „begnadigt“ wenn Direktor Barbu in die Klasse kam.
Es gab Zeiten, da war den Kindern der Besuch des Religionsunterrichtes verboten bzw. der Besuch des Gottesdienstes von der Obrigkeit nicht gerne gesehen. Direktor Barbu hat in dieser Hinsicht „die Kirche im Dorfe gelassen“ und weggeschaut. Als Lehrer der Grundstufe hat er sich sehr intensiv um die Kinder bemüht und seine laute Stimme war außerhalb des Klassenraumes nicht zu überhöhren. Bei der Prämierung der Klassenbesten zum Jahresende sparte er nicht mit Lob. Direktor Barbu war allen Mitmenschen gegenüber ein Vorbild.  


Dittrich Otto
Pfarrer

Mitbegründer des Banater Deutschen Sängerbundes.
Zu den verdienstvollen Männern des Banats zählt zweifelsohne Pfarrer Otto Dittrich, wie dies aus den folgenden Ausführungen ersichtlich sein dürfte. Auf Anregung des Gertianoscher Gesangvereins wird 1910 der "Sängerbund Torontaler Landwirte" gegründet, wofür der damalige Billeder Kaplan und spätere Gertianoscher Pfarrer Otto Dittrich den Plan ausarbeitete.
(Sitz des Bundes: St. Hubert. Abzeichen: Goldene Kornähre.
Dittrichs Anregung - jetzt schon Pfarrer in Gertianosch - und die des Gertianoscher Direktorlehrers Johann Ruß ist es zu verdanken, daß am 22. August 1922 in Perjamosch der "Bund Banater Deutscher Sänger" gegründet wurde. Die Idee der Gründung eines Sängerbundes ging also von Gertianosch aus.
Als älteste Gesangszentren des Banats können in der Reihenfolge ihrer Gründung Lugosch, Orschowa, Perjamosch, Hatzfeld, Karansebesch, Zaderlach, Steierdorf Temeschburg, Tschakowa, Neupetsch, Gertianosch (1869), Marienfeld, Neubeschenowa, Schöndorf, Segenthau, Schag, Groß-Scham, Deutschbentschek, Anina, Ostern, Moritzfeld, Billed, Morawitza, Warjasch und Lenauheim genannt werden. Bis zum Jahre 1869 läßt sich also in Gertianosch die Tätigkeit eines "Gertianoscher Männergesangvereins" verfolgen. 1922 trat der Verein dem "Bund Banater Deutscher Sänger" bei. Bei der gründenden Generalversammlung wurde Direktorlehrer Johann Ruß zum leitenden Obmannstellvertreter und Otto Dittrich zum ersten Schriftführer gewählt. Sowohl Johann Ruß als auch Otto Dittrich waren maßgebend an der Ausarbeitung der Satzungen des Sängerbundes beteiligt. Der "Bund Banater Deutscher Sänger" kann als eine gewaltige, wirksame Äußerung deutschen Wesens und deutschen Sanges im Banat betrachtet werden. Er trug sicherlich viel dazu bei, das damals schlummernde Deutschtum aufzurütteln. Die Leitung des Sängerbundes blieb bis Dezember 1931 in Gertianosch. Zur Erlangung eines entsprechenden Bundeswahlspruches erließ die Bundesleitung einen Aufruf an die Dichter es Banats. Es liefen 40 Dichtungen ein. Als Bundeswahlspruch wurde aber die Dichtung von Pfarrer Otto Dittrich angenommen.
Er lautet:
"Wie Donnerschlag und Sturmgebraus
Verkünde, deutsches Lied,
Daß Treue fest zu Volk und Stamm
Im Sängerbunde glüht."
Zwecks Vertonung dieses Wahlspruches erging ein weiterer Aufruf an die Musiker des Banats. Es wurden zahlreiche, darunter sehr schöne Kompositionen eingesandt, aber das Preisrichterkollegium konnte trotzdem keine annehmen, da keine so richtig dem wuchtigen Text des Wahlspruches entsprach. Es wurde beschlossen, einen Aufruf auch an die Musiker Siebenbürgens, Deutschlands und Österreichs zu erlassen. An diesem Wettbewerb haben sich 95 Komponisten mit 110 Kompositionen beteiligt. Preisträger wurde Rudolf Hoffmann, Musikdirektor in Bochum in Westfalen. Pfarrer Otto Dittrich konnte leider die Vertonung seines Wahlspruches nicht mehr erleben.
Während den Vorarbeiten zu dem eingangs erwähnten Dia-Vortrag, dachte ich mir, wie schön es doch wäre, wenn ich die Noten zu dieser Vertonung beschaffen könnte. Alles Suchen war vergebens. Letztendlich setzte ich mich mit dem Altlehrer Nikolaus Schmidt (inzwischen leider verstorben), der doch lange Jahre Lehrer in Gertianosch war, in Verbindung. Der sagte mir, er habe vor einiger Zeit viele Noten aus dem Bestand seines Onkels Anton Titz, der bekanntlich Dirigent des Temeschburger "Schubert Liederkranzes" war, Herrn Dr. Franz Metz übergeben. Ich möge mich doch an diesen wenden. Ich tat es brieflich am 12. September 1995 und schon am 14. September 1995 war ich im Besitz einer Kopie dieser Komposition (Lehrer a.D. Ferdinand Weinschrott spielte sie anlässlich des Dia-Vortrages auf dem Klavier vor).
Otto Dittrich wurde am 13. Februar 1884 zu Großkikinda, im damaligen Komitat Torontal (Banat) geboren. Seine Mittelschulstudien machte er in Lugosch, Temeschburg und am Piaristengymnasium in Szegedin. Nach dem Abitur trat er am 1. September 1904 in das Priesterseminar zu Temeschburg ein. Nach Beendigung des Theologiestudiums wurde er am 28. Juni 1908 von Diözesanbischof Johann Csernoch zum Priester geweiht. Am 11. Juli 1908 zum Kaplan nach Billed ernannt, trat er an der Seite des damaligen Pfarrers von Billed, Dechant Peter Uitz, seine priesterliche Laufbahn an. Nach kaum dreijährigem Wirken in Billed, bestellt ihn der Bischof zum Coadjutor nach Bogarosch. Im Jahre 1913 finden wir ihn als Kaplan und Religionslehrer der Mädchenbürgerschule in Tschakowa, wo er, ebenso wie auf seinem früheren Posten, mit Erfolg wirkte. Im selben Jahr - 1913 - wurde er zum Militärgeistlichen i.R. ernannt und mußte infolgedessen bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges auch zu seiner Einheit, 46. Infanterieregiment in Szegedin, einrücken. Als Feldkurat zog er mit dem Regiment an die Front, zuerst gegen Serbien, dann gegen Rußland und später gegen Italien, wo er die Isonzo- und Doberdo- Kämpfe mitmachte. Er bekam auch mehrere Auszeichnungen.
Nach Beendigung des Krieges wurde er am 15. Februar 1919 zum Administrator und da er die vorgeschriebene Pfarrerbefähigungsprüfung bereits am 14. Mai 1914 abgelegt hatte, ab 26. Mai 1919 zum Pfarrer der Gemeinde Gertianosch ernannt.
In Gertianosch entfaltete Pfarrer Otto Dittrich eine überaus ersprießliche Tätigkeit. Gewissenhaft als Seelsorger, eifrig und unermüdlich als Kulturträger und Verbreiter, nahm er an allen Phasen des öffentlichen Lebens der Gemeinde großen Anteil. Kulturelle Vorträge in verschiedenen Vereinen, Aufführungen von Bühnenstücken, ständiges Werben für Musik und Gesang, erfüllten, neben der Ausübung seines Berufes, sein Leben.
Pfarrer Dittrich war die Seele des Gertianoscher Männergesangvereins. Seine hünenhafte Gestalt und seine Baritonstimme übten unsagbaren Einfluß auf die Sänger aus. Seine leutselige Natur, sein freundliches Wesen sicherten ihm begeisterte Anhänger in der Gemeinde. Stundenlang konnte er seine Umgebung auf Grund seines umfassenden Wissens unterhaltend belehren.
Eine Enttäuschung musste er allerdings hinnehmen. Sein Lieblingsgedanke, das Kriegerdenkmal inmitten eines mit Bäumen bepflanzten Kriegerhaines aufzustellen, fand in der Bevölkerung keinen Anklang. Es wurde im Friedhof aufgestellt. Pfarrer Otto Dittrich war auch als Sänger des Temeschburger Domchores bekannt. Sein Name steht auf vielen Konzertprogrammen dieses Chores, der unter der Leitung des bekannten Desiderius Jarosy seine damalige Tätigkeit ausübte. Dr. Franz Metz schrieb mir am 13. September 1995:
"Gertianosch war ein entwickeltes Musikzentrum des Banats. Vor einigen Wochen wurde von dem Deutschen Fernsehen in Bukarest der Film über die Gertianoscher Orgel ausgestrahlt, den ich im Dezember 1994 gedreht habe. Das Instrument (erbaut um 1800 von Franz Anton Wälter - Temeschburger Orgelbauer) ist besonders wervoll, es zählt zu den wenigen
mechanischen Orgeln der Banater Orgellandschaft mit einem sehr edlen Klang. Pfarrer Otto Dittrich war auch als Sänger tätig und sein Name steht auf vielen Konzertprogrammen des Temeswarer Domchores unter der Leitung von Desiderius Jarosy."
Seinen Lieblingsplan, die Ortsgeschichte von Gertianosch zu schreiben, konnte er wegen seiner unerwarteten Krankheit und seinem Tod nicht mehr verwirklichen.
Pfarrer Otto Dittrich übte seine segensreiche Tätigkeit in Gertianosch aus, bis ihn eine heimtückische Krankheit ans Bett fesselte, aus dem er nicht mehr aufstehen sollte. Er verstarb am 2. Mai 1927. Sein Begräbnis fand am 4. Mai 1927 in Temeschburg statt und gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung. Die Geistlichkeit aus Temeschburg und aus vielen Ortschaften des Banats, Vertreter der Deutsch-Schwäbischen Volksgemeinschaft, eine mächtige Sängerschar und eine riesige Trauergemeinde aus weiter Umgebung und Temeschburg, gaben ihm das letzte Geleit in den Temeschburg-Elisabethstädter Friedhof.
(Literatur: 1) BBDS, 25-28; 2) Hoffmann, 75, 171; 3) Mettler, 166-167, 4) Gedenktage 1977, 42; 5) Gertianosch, 162-163; 6) Petri-Lexikon, 331; 7) Briefliche Mitteilung von Dr. Franz Metz an Verfasser, 13.9.1995; 8) Metz, 62, 219)
                     

Dold Stefan
Pädagoge, Bauernvereinssekretär, Lokalhistoriker

Als langjähriger Sekretär des "Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauernvereins", war Stefan Dold eine im ganzen Banat bekannte und geschätzte Persönlichkeit.
Stefan Dold erblickte am 20. März 1869 in Brestowatz, im ehemaligen Komitat Torontal, heute serbisches Banat, das Licht der Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in seinem Heimatort, besuchte er in den Jahren 1883-1886 die Bürgerschule in Arad, dann 1886-1888 die Lehrerbildungsanstalt. Im Jahre 1888 bestand er die Lehramtsprüfung für Unterricht an deutschen und ungarischen Volksschulen.
Er unterrichtete 1888 in Deutschsanktpeter, dann 1888-1903 an der Großbetschkereker Gemeindeschule. Von 1904 bis 1906 ist er als Wanderlehrer und Beamter des "Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauernvereins" tätig. Zwischen 1906 - 1907 versah er auch die Funktion des stellvertretenden Sekretärs dieser Institution. Im Jahre 1907 avansierte er zum Sekretär des Bauernvereins und bekleidete dieses Amt bis 1918. Als Sekretär des Bauernvereins stand er dem Vereinspräsidium, vor allem in Vereinsangelegenheiten und Bauernfortbildung, zur Seite. Jahrelang redigierte er die Zeitung "Der Freimütige".
In den Jahren 1918-1920 hält sich Stefan Dold in Budapest auf. Kehrte dann aber nach Temeschburg zurück. Ab 1925 finden wir ihn als Subdirektor der Temeschburger Versicherungsgesellschaft "Landwirte". Im Jahre 1937 übersiedelte er nach Gertianosch zu seiner Tochter, wo er am 14. April 1944 verstarb. Er ist auf dem Gertianoscher Friedhof beerdigt. Stefan Dold leistete innerhalb des "Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauernvereins" eine ersprießliche historisch-pädagogisch-publizistische Tätigkeit. Ihm sind Werke zu verdanken wie:
1. Die Ansiedlung der Deutschen im Bacser Komitate unter Josph II. 1783-1789. Temesvar 1906. 59 S.
2. Blumenlese der Bauernjugend. Lehr- und Lesebuch der landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen des "Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauernvereins". Temesvar 1908, 330 Seiten, mit einem Abriss zur Geschichte des Banater Bauernvereins.
3. Die Einwanderung und Ansiedlung der Deustchen in Südungarn. Kurzgefaßte Gelegenheits-Broschüre zur Bildenthüllung in Gyertgyamos am 15. Mai 1910. Temesvar 1910. 23 Seiten. (Es geht um die Enthüllung des Einwanderungsbildes von Stefan Jäger.)
4. Denkschrift an Seine Excelenz den Herrn Generalfeldmarschall von Makensen. Eingereicht von St.D. am 28. April 1916 zu Temesvar. Budapest 1919. 11 Seiten.
5. Der fortschrittliche Landwirt (für die ländliche Jugend, II. veränderte Auflage, Temesvar 1922, 216 Seiten), eines der verbreitesten Fachbücher für Fortbildungsschulen des "Schwäbischen Landwirtschaftsvereins".
Weitere Daten fehlen.
(Literatur: 1) Dold, BDZ; 2) Geier; 3) Petri-Lexikon, 338)   



Hoffmann Matthias
Lehrer

Seine Bedeutung besteht darin, dass er in der Gertianoscher Schule den Anschauungsunterricht einführte. Matthias Hoffmann wurde am 24. Februar 1836 in Gertianosch geboren. Seine Lehrerbefähigungsurkunde stammt von Werschetz, aus der dortigen, 1854 gegründeten, deutschen Lehrerbildungsanstalt und wurde am 16. August 1856 ausgestellt. Hoffmann besuchte hier in den Jahren 1855-1856 die Lehererbildungsantalt. Zwischen 1856 und 1858 ist Hoffmann U nterlehrer in Gertianosch. Laut Anstellungsurkunde vom 8. Januar 1858 wurde Matthias Hoffmann Oberlehrer in Gertianosch. Hoffmann war nicht nur in der Schule, sondern auch außerhalb derselben tätig.
Er spielte eine bedeutende Rolle als Führer der Kleinhäuslerpartei, als Gründer und Leiter des Selbsthilfevereins und Förderer des Lesevereins.
Die Tätigkeit des Gesangvereins - "Gertianoscher Männergesangverein" - läßt sich bis zum Jahre 1869 verfolgen, allerdings mit einigen Unterbrechungen, die meist aus Mangel an Chormeister erfolgten. Der Verein wurde im genannten Jahr - 1869 - mit Lehrer Matthias Hoffmann als Chormeister und 25 ausübenden Mitgliedern gegründet. Oberlehrer Matz Hoffmann leitete auchden ersten Kirchenchor der Gemeinde.
Im Jahre 1889 trat er in den Ruhestand und starb hochbetagt am 2. März 1916 in Gertianosch.
Weitere Daten fehlen.
(Literatur: 1) Ludwig, 92; 2) Hoffmann, 151-152, 175, 190; 3) Mettler, 140; 4) Gertianosch, 149; 5) Petri-Lexikon, 749; 6) Metz, 218-219)


Dr. med.  Hoffmann Nikolaus
Arzt
und langjähriger Obmann der Banater "Semmelweis-Ärtzegruppe". Schularzt in der Banatia
"Wer bin ich?" "wie heiß' ich?", "wo wohn' ich?", "warum muss ein jeder Schüler wissen, wo der Schularzt wohnt?" Ich glaube die meisten der ehemaligen Banatiaschüler wissen Bescheid, wer diese knappen Sätze am Anfang des Schuljahres zu sagen pflegte. Doch nicht jeder war Banatiaschüler und so sollen die folgenden Zeilen das Geheimnis lüften. Es geht nämlich um den Arzt und Menschen Nikolaus Hoffmann.
Er kam am 8. Juni 1890 in Gertianosch, als Sohn des Nikolaus Hoffmann, Kaufmann und der Maria geborene Ruß, zur Welt. Die Volksschule besuchte er von 1896 bis 1900 in seinem Geburtsort.
Von 1900 - 1908 war er Schüler des ungarischen Gymnasiums in Szegedin. Die Gemeinde Gertianosch bezahlte ihm, dem Vorzugsschüler, das Studium; Kost und Unterkunft bekam er im "Szegediner Konvikt der Gemeinde Gyertgyamos".
1908 begann Nikolaus Hoffmann mit dem Medizinstudium an der Budapester Universität. Hier erlangte er auch am 3. Oktober 1913 den Doktortitel.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam er als Truppenarzt an die Ostfront. Im August 1914 erlitt er bei Ravaruska in Galizien einen Hals- und Lungenschuß, so daß er nach seiner Genesung als Frontuntauglicher im Kriegslazarett Bozen an der Seite des berühmten Wiener Unfallschirurgen Prof. Dr. Lorenz Böhler arbeitete.
Nach Kriegsende ließ sich Dr. Nikolaus Hoffmann in seiner Heimatgemeinde nieder, wo er bis 1921 als praktischer Arzt tätig war. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit nahm er auch am völkischen Erwachen seines Schwabenvolkes regen Anteil. 1919 gründete er in Gertianosch den "Deutschen Mädchenkranz" und lehrte die Gertianoscher zahlreiche deutsche Volkslieder singen.
In den Jahren 1921-1923 absolvierte Dr. Nikolaus Hoffmann ein Spezialstudium in Berlin, München, Leipzig, Wien und ließ sich im Oktober 1923 als Chirurg und Orthopäde in Temeschburg nieder. Diese Arztpraxis führte er bis zu seinem Tode. Aus seiner am 8. September 1924 geschlossenen Ehe mit Gisela geborene Thöreß aus Billed gingen, die Tochter Gertrude (verehelichte Lessl) und der Sohn Werner (Dipl.-Ing. Univ.) hervor.
Im ersten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges wurde Dr. Nikolaus Hoffmann zur rumänischen Armee eingezogen und leistete als Militärspitalskommandant bzw. als Leiter des Lazaretzuges Nr.1 der rumänischen Armee seinen Wehrdienst. Etwa ein Monat nach der Wende in Rumänien, nämlich am 28. September 1945, erlag er in seinem Haus in Temeschburg einem Herzinfarkt.
Dr. Nikolaus Hoffmann opferte seine karge Freizeit, wenn es um die Belange der Banater Schwaben ging. Er war leitendes Mitglied der meisten Gremien, die sich mit deutschen heimatpolitischen Fragen befassten. Hervorragend waren seine Leistungen bei der Gründung der Banatia. So beantragte und führte er eine umfangreiche Stiftungsaktion für die Inneneinrichtung des Banatia-Schülerheimes durch, die einen vollen Erfolg hatte. Am 1. September 1926 wurde er zum Schularzt der Banatia ernannt.
Ab 1. September 1932 unterrichtete er auch noch zusätzlich Gesundheitslehre. Als der Schulkomplex in die Verwaltung der Deutschen Volksgruppe überging (1. September 1942), schied er als Schularzt und Lehrer für Hygiene aus.
In Großrumänien konnte von einem eigenen deutschen Gesundheitswesen keine Rede sein. Die deutsche Ärzteschaft wollte aber eine lose Organisation, in der ihre Standesinteressen vertreten waren. Auch hier ging Dr. Nikolaus Hoffmann führend voran. Die Siebenbürger Sachsen hatten einen Ärzteverein. Im Banat galt es nun nachzumachen. Am 14. Dezember 1924 gründete er in Lowrin die "Banater Gruppe", die dem Siebenbürgischen Deutschen Ärzteverein beitrat. Seit Mai 1926 nannte sich die "Banater Gruppe", "Semmelweis-Gruppe-Banat". Dr. Nikolaus Hoffmann war lange Jahre hindurch deren Schriftführer und Obmann. Als solcher stand er in engster Verbindung mit den deutschen Universitätskliniken. Er sorgte dafür, daß die Jungärzte zu ihrer Fachausbildung nach Deutschland kamen.
Außerdem organisierte er in Temeschburg und Hermannstadt häufig Tagungen und Fortbildungskurse mit Referenten aus dem Mutterland. Ein Höhepunkt war der Besuch von Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch bei den Banater Ärzten.
Unter maßgeblicher Beteiligung von Dr. Nikolaus Hoffmann kann man die Herausgabe einer medizinischen Fachzeitschrift der "Semmelweis-Ärztegruppe" in Zusammenarbeit mit dem "Siebenbürgisch-deutschen-Ärzteverein" betrachten. In dieser Fachzeitschrift, die anfangs den Titel "Medizinische Zeitschrift", später "Arzt im Osten" trug, wurden Arbeiten veröffentlicht, die sich mit medizinischen Teilproblemen, vor allem aber mit sozialhygienischen Aufgaben auf dem Lande befassten.
Seitens der Banater deutschen Ärzteschaft, die 1933 fast zur Gänze in der obengenannten Organisation zusammengefasst war, wurde eine vorbildliche Bevölkerungspolitik und Eugenik mit umfangreichen Statistiken, Fachpublikationen, Vorträgen und Wanderausstellungen betrieben, die auch von den Fachkreisen des Mutterlandes lobend anerkannt wurden. Heute kann man mit gutem Gewissen sagen, dass die "Semmelweis-Ärztegruppe" als berufliche Fachorganisation der deutschen Ärzte in Rumänien, die ihr gestellte Aufgabe ehrenvoll gelöst hat. Das Hauptverdienst dabei muss Dr. Nikolaus Hoffmann zugeschrieben werden.
Wie hoch die Fähigkeiten unserer deutschen Ärzte im Komitat Temesch-Torontal in den 30er und Anfang der 40er Jahre von staatlicher Seite eingeschätzt waren, beweist die Tatsache, dass das Gesundheitsministerium in die Interimskommission des Ärztekollegiums Dr. Eugen Suciu zum Präsidenten, als Mitglieder aber neben den rumänischen Ärzten Dr. Ioan Munteanu, Dr. Alexandru Mutiu, die deutschen Ärzte Dr. Nikolaus Hoffmann und Dr. Fritz Klingler ernannte.
Zusammenfassend kann man sagen, daß die Verdienste, Opfer und der selbstlose Idealismus des Dr. Nikolaus Hoffmann im Dienste der deutschen Ärzte im damaligen Rumänien und seines schwäbischen Volkes groß, erfolgreich und vorbildlich gewesen sind und, daß sie in die Annalen unserer Heimatgeschichte Eingang fanden.
Dr. Nikolaus Hoffmann schrieb sowohl fachliche wie auch heimatkundliche Aufsätze, die in verschiedenen Publikationen der damaligen Zeit erschienen sind. Zum Beispiel:
*  Die Bedeutung des deutschen Arztes für das deutsche Volkstum im Banat. In: Der Auslandsdeutsche Jg. 14 /1931. S. 546-48
*  Die Semmelweis-Gruppe-Banat. In: Medizinische Zeitschrift. Jg. 1931. H.8. S. 16-21.
*  Deutsches Gesundheitswesen (im Banat bis 1918). In: Handwörterbuch d. Grenz- u. Auslandsdeutschtums. Bd.1, 1933. S. 264
*  Deutsches Gesundheitswesen im rumänischen Banat nach 1918. In: Handwörterbuch d. Grenz- u. Auslandsdeutschtums. Bd.1, 1933. S. 279
*  Erblehre und Erbpflege. Die Grundlagen der Erblehre, dargestellt für das Banater schwäbische Volk. Temeswar 1934. 30 S.
*  Zehn Jahre "Semmelweis-Ärztegruppe-Banat". In: Schwäbischer Volkskalender 1934. S. 129-132.
*  Über schulärztliche Tätigkeit im Banat. In: Med. Zeitschrift. Jg.14, 1940. H.6. S.155-60
*  Der Mann, der 50.000 Kranke operiert hat. Die ärztliche Laufbahn Dr. Karl Diels - Der erste größere Eingriff - Schritthalter mit der Entwicklung der Medizin - An der Spitze der chirurgischen Abteilung des Hatzfelder Spitals. In: Banater Deutsche Zeitung, vom 4. Mai 1940. S. 2.
(Literatur: 1) Hoffmann,148; 2) Interimskommission; 3) Mettler, 12, 137; 4) Petri-Nikolaus Hoffmann; 5) Gertinosch, 145; 6) Petri-Heilwesen, 213, 665, 726; 7) Petri-Lexikon, 751; 8) Schriftliche Mitteilung von Dipl.-Ing. Werner Hoffmann an Verfasser, 5.11.1995)   


Dr. med. Hoffmann Matthias
Arzt, Lokalforscher,

 Erster Vorsitzender der "Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Rumänien in Deutschland".
"Der Grundton seines Lebens war eine nüchterne Schlichtheit und eine rührende Liebe zu seinem schwäbischen Volk und seiner Banater Heimat, aus der sein gesamtes Wirken Nahrung schöpfte und sich entfaltete. Diese Liebe, verbunden mit einem großen Wissen im heimatkundlichen Bereich, verpflichteten ihn schon frühzeitig, das reiche Erbe höherer Kulturgesittung seiner Vorfahren wieder neu zu entfachen und mit aller Sorgfalt so zu pflegen, daß es in seinem Wirkungsbereich von alt und jung wieder bewußt und in neuer Form, im Kern aber unverfälscht, aufgenommen wurde."      
Diese Stelle der feinsinnigen Würdigung, in der Oberstudiendirektor, einst auch Banatiaprofessor, Matz Weber seines verstorbenen Freundes Dr. Matz Hoffmann gedenkt, erübrigt eigentlich weiterer Worte. 
Trotzdem wollen wir näher auf das reichhaltige Leben Dr. Matz Hoffmanns eingehen. Zu Gertianosch als zweites Kind des Kaufmanns Nikolaus Hoffmann und Maria geborene Ruß, am 25. Oktober 1891 geboren, sollte Matthias Hoffmann eine nicht unbedeutende Rolle, im Leben seines Geburtsortes und darüber hinaus, spielen.
In den Jahren 1898 -1903 besuchte er in Gertianosch die Volksschule. 1903-1911 war er Schüler der Szegediner Realschule und wohnte im "Szegediner Konvikt der Gemeinde Gyertyamos". Im Jahre 1911 bestand er mit Auszeichnung das Abitur und inskribierte an der Medizinischen Hochschule in Budapest. Daneben betrieb er auch das Studium der lateinischen und griechischen Sprache.
Nach dem ersten Rigorosum (erste mündliche Doktorprüfung) im Jahre 1914, rückte er noch im gleichen Jahr als Einjährig-Freiwilliger zum Erzherzog-Rainer-Regiment nach Salzburg ein und kam mit diesem an die Ostfront. 1915 kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Zuerst war er im Lager von Ischim im Ural, kam dann über Tschita nach Wladiwostok, wo er unter dem Innsbrucker Professor der Medizin Dr. Burkhard Breitner als Lagerarzt tätig war.
Um die Jahreswende 1920-1921 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, nahm er gleich das Medizinstudium in Budapest wieder auf und legte in den Jahren 1921-1922 das zweite und dritte Rigorosum ab. Am 4. März 1922 promovierte er mit "magna cum laude" zum Doktor der Medizinwissenschaften.
Vom Oktober 1922 bis 1941 ließ er sich als praktischer Arzt in seiner Heimatgemeinde Gertianosch nieder. Im Jahre 1941 betätigt er sich als Zivilarzt bei der Umsiedlungsaktion der Bessarabiendeutschen. Vom 20. Juli 1942 bis 14. Juni 1943 ist er im Buchenland (Bukowina) tätig, dann bis zur Flucht wieder in seinem Heimatort.
Am 17. September 1944 erfolgt seine Flucht mit Familie in den Westen. Schon am 20. Oktober 1944 ist er Lagerarzt in Neufeld-Ebenfurt/Leitha im Burgenland, wo er bis 1. Februar 1945 verblieb. Am 5. Februar 1945 bis zu seinem Tode war er praktischer Arzt in Vohburg/Donau. Er verstarb am 27. September 1957, vier Wochen vor seinem 66. Geburtstag, in Vohburg/Donau an einem Herzinfarkt. Seine Beerdigung fand am 30. September 1957 auf dem Vohburger Friedhof statt.
Wenn man Dr. Matz Hoffmann völkisch und politisch in die Zwischenkriegszeit einordnet, so kann festgestellt werden, dass er immer ein Gesinnungsfreund von Prälat Franz Blaskovics, Dr. Kaspar Muth und von dessen Nachfolger Dr. Josef Rieß - übrigens ein naher Verwandter von ihm - war. So erklärt es sich, daß er in der Zeitspanne 1921-1940 Obmann der Gertianoscher Ortsgruppe der "Deutsch-Schwäbischen Volksgemeinschaft" war. In den Jahren 1939-1941 wirkte er auch als Banater Gauwalter für Volksgesundheit. 1943-1944 unterrichtete er an den verschiedenen Schulen der "Banatia" Gesundheitslehre.
Dr. Matz Hoffmann war von 1923 bis 1935 Schriftführer des "Bundes Banater Deutscher Sänger", dann wurde er von Anton Valentin abgelöst.
Seine besondere Aufmerksamkeit galt der Jugend. In der Gründungszeit der "Banatia" war er Vorstand des Gertianoscher Konviktvereins. Nach dem Anschluss an Rumänien, waren die Verbindungen zum ungarischen Szegedin abgebrochen. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, das Schülerheim (Konvikt) in Szegedin zu verkaufen und aus dem Erlös Anteilscheine bei der Temeschburger "Banatia - AG" zu zeichnen. Matz Hoffmann war einer der Vertrauensleute der Gemeinde Gertianosch, die in Budapest zweimal mit Franz Herczeg (früher Herzog, Apothekersohn aus Werschetz, der größte ungarische Romanschriftsteller seiner Zeit) und Bischof Julius Glattfelder de Mor ( war bis 1923 Bischof der Tschanader Diözese, residierte bis dahin in Temeschburg) Verhandlungen über den Verkauf und die Überweisung des Geldes nach Rumänien führte. Das Geld wurde dann auf den Namen von Dr. Matz Hoffmann nach Rumänien überwiesen. Die 2.000.000 Lei wurden auch auf seinen Namen bei der "Banatia-AG" eingezahlt.
Bei der im Jahre 1924 durch seinen Bruder Dr. Nikolaus Hoffmann in Lowrin gegründeten "Semmelweis-Ärztegruppe-Banat" war er jahrelang Schriftführer. Im Rahmen dieser Organisation schrieb er einige beachtenswerte wissenschaftliche Arbeiten, die in reichsdeutschen medizinischen und volkspolitischen Zeitschriften veröffentlicht wurden.
Aber auch im Banat wurden seine Arbeiten veröffentlicht. Mir gelang es folgende Aufsätze von ihm ausfindig zu machen:
*  Säuglingspflege. Was jede Mutter wissen sollte. In: Schwäbischer Volskalender 1927. Seite 113-116).
*  Woran sterben die meisten Leute im Banat? Eine Studie. In: Schwäbischer Volkskalender 1930. Kap. Gesundheitspflege.
*  Das Gesundheitsbild einer Banater schwäbischen Gemeinde. In: Medizinische Zeitschrift. Jg. 11, 1937. Heft 5. Seite 139-144.
*  Wir schaffen ein deutsches Säuglingsheim. Eine musterhafte Pflegeanstalt. In: "Banater Deutsche Zeitung" vom 24. Dezember 1939. Seite 5.
*  Malariagefahr. In: "Banater Deutsche Zeitung" vom 5. Mai 1940. Seite 10.
In Gertianosch gab es fast keine Vereine oder Organisationen, in denen Dr. Matz Hoffmann nicht aktiv mitgemacht hätte. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Sparkassendirektor bei der "Gertianoscher Spar- und Vorschußverein-AG" in den Jahren 1940-1944.
Dr. Matz Hoffmann ist Autor der zweiten, sehr gut dokumentierten Monographie von Gertianosch, die eingangs erwähnt wurde, und 1936 in Temeschburg in der "Schwäbischen Verlags-AG" ershienen ist. Die beiden nachfolgenden Gertianoscher Heimatbücher stützen sich auf diese Monographie.
Den gleichen Gemeinsinn bewies er auch nach seiner Flucht in Vohburg/Donau, wo er in den verschiedensten Vereinen als zahlendes Mitglied und dem "Hartmannsbund" als Standesorganisation angehörte.
Am 14. September 1947 trafen sich acht Landsleute auf Anregung von Direktor Peter Ludwig in Augsburg zu einem grundsätzlichen Gespräch über die Situation der Banater Schwaben. Unter ihnen war auch Dr. Matz Hoffmann. Die kleine Runde kam überein, einen "Ausschuß der Banater Schwaben" zu bilden. Matz Hoffmann wurde zum Vorsitzenden gewählt. Aus diesem Kreis enstand die "Landsmannschaft der Banater Schwaben in Westdeutschland e.V." Dr. Matz Hoffmann war von 1947 bis 1953 der erste Vorsitzende der Banater Landsmannschaft, dann dankte er aus Gesundheitsgründen ab und wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt
(Literatur: 1) Hoffmann, 148; 2) Mettler, 137; 3) Petri-Matz Hoffmann, 3-4; 4) Gertianosch, 22-23, 145-146, 266-268; 5) Petri-Heilwesen, 665; 6) Festschrift 1990, 38-48; 7) Petri-Lexikon, 749)                                                                            
                                                                                                        

Hoffmann Nikolaus
Lehrer und Kantor

Nikolaus Hoffmann stammte aus Ulmbach (Neupetsch) - Banat, wo er am 19. Mai 1797 das Licht der Welt erblickte.
Nach Beendigung der Volksschule in seiner Geburtsgemeinde, besuchte er in Temeschburg die "Katholische Normalschule", wo er 1816 absolvierte. 1816-1823 unterrichtete er als Unterlehrer in der Temeschburger Josefstadt, dann kam er nach Gertianosch. Hier wirkte er vom Jahre 1828 bis 1852, also 25 Jahre als Oberlehrer. Nikolaus Hoffmann war einer der ersten Kantoren der Gemeinde. (Dr. Franz Metz: "Te Deum laudamus" Contributie la istoria muzicii bisericesti din Banat. Beitrag zur Geschichte der Banater Kirchenmusik. ADZ Verlag Bukarest 1995. Seite 218.)
Von ihm gingen in seiner Zeit kulturelle Impulse in seiner Wirkungsstätte aus.
Am 21. August 1852 starb Nikolaus Hoffmann und wurde auf dem Friedhof in Gertianosch begraben. Leider fehlen weitere Daten über sein Leben und Wirken.
(Literatur: 1) Ludwig, 92; 2) Hoffmann, 151; 3) Mettler, 140; 4) Gertianosch, 148; 5) Petri-Lexikon, 750; 6) Metz, 218)


Ludwig Nikolaus
Seelsorger und Lokalforscher

Obzwar nur vier Jahre als Kaplan in Gertianosch tätig, ging Nikolaus Ludwig in die Annalen der Ortsgeschichte als erster Historiograph dieser Gemeinde ein.
Gelegentlich der Hundertjahrfeier der Gemeinde gab Adam Röser den Gedanken und den Anstoß zur Erstellung einer Ortsgeschichte und Nikolaus Ludwig, der damals schon Professor in Temeschburg war, wurde ihr Autor. Diese Ortsgeschichte trägt den Titel: "Monographie der röm. kath. Kirchen=Gemeinde Gyertyamos. Herausgeben anläßlich des hunderjährigen Jubiläums der Kirchen=Gemeinde Gyertyamos durch die Gemeindevorstehung". Sie wurde in Temeschburg, in der Tschanader Diözesandruckerei gedruckt. Diese alte Ortsgeschichte ist schon zur Rarität geworden, ist aber vermutlich noch bei einigen Gertianoschern vorfindbar. Das beiliegende Namensverzeichnis aller damaligen Einwohnern von Gertianosch mit der Angabe von Alter, Geburtsort, Besitz, Beschäftigung usw. wird auch heute noch benutzt. Es gibt einen Überblick des damaligen Lebens. Sehr wertvoll sind auch die Beilagen, die den Text von Originalurkunden darstellen. Dem Titel des Werkes entsprechend wird die Geschichte der Kirche am ausführlichsten behandelt. Von einigen Mängel abgesehen, stellt die alte Ortsgeschichte für die Gertianoscher und für das Banater Deutschtum ein Werk von Bedeutung dar.
Der Autor obgenannter Monographie Nikolaus Ludwig, wurde am 13. Dezember 1844 in Lowrin geboren. In den Jahren 1858-1866 besuchte er das Gymnasium und anschließend bis 1870 die Theologische Hochschule in Temeschburg. Am 27. Juli 1870 wurde Nikolaus Ludwig zum Priester geweiht und begann seine seelsorgerische Laufbahn als Kaplan in Gertianosch. In den Jahren 1870-1872 bestand hier unter der Leitung des Professors Anton Leitich (aus Großjetscha) ein Realunterricht mit einer 1. und 2. Realschul- und einer 5. Bürgerschulklasse. Die Kapläne Nikolaus Ludwig und Thomas Dörner erteilten Religionsunterricht an dieser Mittelschule. Sie wurde von privater Seite (Heinrich Dirk) unterhalten und hörte mit der Übersiedlung Professors Leitich nach Hatzfeld 1872 auf. (Dr. Matz Hoffmann - Gertianosch - S. 152, 2. Absatz).
1874-1885 finden wir Nikolaus Ludwig als Katecheten im Temeschburger Piaristengymnasium, wo er neben Religion auch die deutsche und ungarische Sprache unterrichtete. 1885-1890 ist er dann Seelsorger in Karlsdorf, wo er am 31. Mai 1890 verstarb. Von Nikolaus Ludwig sind zwei Werke bekannt, usw.:
* Erläuterungen epischer, lyrischer und dramatischer Dichtungen. Hilfsbuch zur Erklärung der klassischen Dichter. Temesvar 1880.
* Monographie der röm. kath. Kirchen=Gemeinde Gyertyamos etc. 1885.
(Literatur: 1) Borovszky-Torontal, 283; 2) Hoffmann, 152, 249; 3) Gertianosch, 22; 4) Petri-Lexikon, 1170) 


Martin Heinrich
Lehrer und Kantor

Heinrich Martin wurde am 16. September 1886 in Gertianosch geboren. In Szegedin besuchte er die Lehrerbildungsanstalt, wo er 1906 das Lehrerdiplom erwarb. Von 1906 bis 1911 war er an der Staatsschule in Starcewo/Jugoslawien tätig. Im Jahre 1911 wurde Heinrich Martin zum Lehrer an die Gertianoscher Gemeindeschule gewählt, wo er dann bis 1945 tätig war. Von 1929 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand bekleidete Heinrich Martin die Funktion des Schulleiters an dieser Schule.
Außer seiner erfolgreichen schulischen Tätigkeit, war er auch ein hervorragender Organist und Kantor.
Mit Erfolg leitete er ununterbrochen von 1911 bis zu seiner Ausreise nach Deutschland 1958 den Gertianoscher Kirchenchor. Dieser Chor unter der Leitung von Heinrich Martin sang mit Orgelbegleitung und auch "a capella" deutsche und lateinische Messen. Auf dem Repertoir standen die Messen von Gruber, Schubert, Haydn, Max Welker, Haller, Schweitzer u.a. Er führte den einstimmigen Volksgesang ein und war bemüht einstimmige Messeeinlagen - Chorallieder - darzubieten.
Außerhalb der Schule betätigte er sich unermüdlich in den verschiedensten Vereinen der Gemeinde. Er war Obmann des Jugendvereins (1920-1929), lange Jahre Leiter des Sportvereins. Seit 1926 leitete er als Chormeister den Gertianoscher Männergesangverein. Direktorlehrer Heinrich Martin war durch seinen Beruf und seiner Berufung naturgemäß einer der geistigen Leiter der Gemeinde.
Im Zuge der Familienzusammenführung, konnte Heinrich Martin mit Ehefrau 1958 in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen. Hier ließ er sich in Wertheim /Main nieder. Er war mit Susanne geborene Ballauer (geb. 21. November 1898) verheiratet. Aus dieser Ehe entsprossen zwei Söhne: Stefan, geboren am 17. April 1918, wohnhaft in Würzburg und Dr. Hans Martin, geboren am 28. Februar 1920, wohnhaft in Wertheim/Main.
Lehrer Heinrich Martin starb am 7. Juli 1976 in Wertheim/Main, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Weitere Daten fehlen.
(Literatur: 1) Almanach 1933, 30; 2 ) Hoffmann, 153, 175; 3) Mettler, 142; 4) Gertianosch, 151; 5) Schriftliche Mitteilung von Adeline Mehler geb. Martin an Verfasser, 21.10.1995) 


Mettler Michael
Pädagoge, Lokalforscher

Michael Mettler wurde am 1. Juni 1913 in Gertianosch geboren. Die Volksschule besuchte er in seinem Heimatort. Die Mittelschule begann er im Temeschburger Deutschen Staatslyzeum, (Realgymnasium), wechselte aber 1926 in das Deutsche röm. kath. Knabenlyzeum in der Banatia. Hier legte er 1930 die "kleine Matura" ab, und besuchte anschließend die Katholische Deutsche Lehrerbildungsanstalt in der Banatia. Im Jahre 1934 bestand er hier die Lehrerbefähigungsprüfung. Nach Ableistung seines Militärdienstes, trat er 1935 in den Schuldienst. Wiesenhaid und Kalatscha waren die ersten Wirkungsstätten als Lehrer. Die Ernennung nach Neusiedl - 1941 - konnte er nicht mehr wahrnehmen, weil er zum rumänischen Militär einbezogen wurde. Mit seiner Einheit kam er an die Ostfront.
Im Winter 1942 entlassen, ging er ins serbische Banat und wirkte dort als Lehrer in Topola, bis zu seiner erneuten Einberufung zum deutschen Militär, diesmal zu der Division "Prinz Eugen", wo er die Grundausbildung machte und zum Unteroffizier befördert wurde. Anschließend besuchte er mehrere Lehrgänge als Offiziersbewerber und wurde 1944 Leutnant. Nach dem Zusammenbruch folgten Jahre der Gefangenschaft, Internierung und Arbeitseinsatz bei amerikanischen Offizieren in Österreich. Inzwischen war auch seine Familie in den Westen geflohen und fand eine notdürftige Bleibe in Österreich.
Nach der Umsiedlung nach Deutschland, wurde Michael Mettler als Lehrer in den pfälzischen Schuldienst übernommen. Er wurde nun Lehrer, Organist und Chorleiter in den Gemeinden Weisenheim am Berg und Schwedelbach bei Kaiserslautern. Im Jahre 1959 erfolgte seine Ernennung zum Hauptlehrer und damit verbunden die Versetzung nach Bobenheim - Roxheim 2, wo er und seine Familie ansässig wurden. Nach 3 Jahren wurde er zum Rektor der dortigen Volksschule ernannt. Er genoss in seinem neuen Heimatort hohes Ansehen und nahm in seiner offenherzigen und unkomplizierten Art am kirchlichen und politischen Leben in der Gemeinde regen Anteil. 1978 trat er in den Pensionsstand.
Im Jahre 1937 heiratete Michael Mettler die Gertianoscherin Theresia Wiener (geb. 1919). Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Im Jahre 1963 brachte Rektor Mettler die Ortsgeschichte von Gertianosch neu heraus, wobei er die 1935 von Dr. Matz Hoffmann verfasste Monographie mit den Ereignissen nach 1935 bis 1963 ergänzte. Anlässlich der Zweihundertjahrfeier der Gemeinde Gertianosch erschien dann ein völlig von ihm überarbeitetes Heimatbuch.
Michael Mettler setzte sich für die Belange seiner Landsleute vollauf ein. Er zählte zu den Gründern der Gertianoscher Heimatortsgemeinschaft, war deren Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender. Am 3. April 1989 starb Michael Mettler und wurde am 7. April 1989 auf dem Friedhof von Roxheim zu Grabe getragen.
(Literatur: 1) Gertianosch/Bobenheim; 2) Mettler verstorben; 3) Michael Mettler; 4) Petri-Lexikon, 1256-1257)   


Dr. Mojem Georg
Rechtslizenziat, Doktor der Staatswissenschaften, Notar, Kommunalpolitiker

Dr. Georg Mojem kam am 17. April 1900 in der Gemeinde Bruckenau, als Sohn des Johann Mojem - Dorfrasierer - und Frau Elisabeth geborene Maurer, zur Welt. Nach Beendigung der Volksschule in Bruckenau durfte er mit Hilfe eines Gemeindestipendiums an das Staatliche Ungarische Gymnasium nach Szegedin gehen, wo er nach 8 Klassen im Jahre 1919 die Reifeprüfung mit "Vorzüglich" bestand. Von 1919-1921 war er Notärpraktikant im Gemeindeamt Bruckenau und bestand im Jahre 1921 die Notärprüfung in Klausenburg. In den Jahren 1921-1924 war er Vizenotär in Altkischoda, 1924-1930 in Ketscha und wurde dann im Jahre 1930 Notär in Blumental, wo er aber nur ein Jahr lang blieb,
da der Gemeinderat von Gertianosch ihn am 11. April 1931 zum Notär der Gemeinde gewählt hat.
Während die Notäre in der ersten Zeit der rumänischen Ära ernannt wurden, war Georg Mojem der erste gewählte Notär der Gemeinde. So wurde die Gemeinde Gertianosch sein zweiter Heimatort, wo er dann bis 1944 als Notär wirkte. Aber auch nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst verblieb er bis zu seiner Auswanderung nach Deutschland in Gertianosch.
Während seiner Dienstzeit in der Kommunalverwaltung studierte er privat Jura an der Rechtsakademie zu Großwardein, die er 1932 als "Rechtslizenziat" absolvierte. Anschließend studierte er, auch privat, Staatswissenschaften an der Universität zu Klausenburg. Hier promovierte er dann 1935 mit "magna cum laude" zum Doktor der Staatswissenschaften. Das zusätzliche Hochschulstudium hat sich in seiner Verwaltungslaufbahn durch wiederholte Beförderungen gelohnt. Vor allem ist der Umstand zu erwähnen, daß die Behörden in der Präfektur Temesch-Torontal, ihn als deutschen Notär in einer deutschen Gemeinde weiter beließen, obwohl mehrmals Aktionen stattfanden, in deutschen Gemeinden rumänische Notäre zu ernennen. (In der Zeit des Ministerpräsidenten Calinescu.)
In seiner Dienstzeit als Staatsbeamter nahm er stets regen Anteil am Volks-, Gesellschafts- und Kulturleben der Gemeinde Gertianosch. Er setzte sich unermüdlich für die Belange der Gemeinde ein, und erfreute sich deswegen einer großen Beliebtheit unter der Dorfbevölkerung. Dank seines tatkräftigen Wirkens gelang 1933 der Anschluss der Tscharda an Gertianosch, die bis dahin zur Gemarkung der Gemeinde Tschene gehörte.
Die Bepflanzung der III. Gasse, vom Bahnhof bis zum Ausgang nach Kleinjetscha mit Pappelbäume und die Pflasterung der Straße, sind seinem Kommunalwirtschaftssinn zuzuschreiben. Ihm wurde des öfteren seitens des Oberstuhlrichters (Primpretor), als auch des Präfekten, eine vorbildliche Verwaltung seiner Gemeinde bescheinigt und man lobte ihn auf Fachtagungen. Dr. Georg Mojem konnte, dank seines sicheren Auftretens, in vielen Fällen vermittelnd bei Differenzen zwischen den politischen Organisationen eingreifen und zur Schlichtung dieser beitragen.
Nach dem 23. August 1944 aus dem Staatsdienst verwiesen, war er 1944 bis 1948 in der Gertianoscher Ziegelei als Kanzleichef, 1949-1952 in Temeschburg bei einer Schuhgenossenschaft und 1953-1956 bei einem Bauunternehmen ebenfalls in Temeschburg als Buchhalter tätig. Im Jahre 1956 erfolgte dann, auf Grund eines Spezialdekrets, seine Zwangspensionierung.
Dr. Georg Mojem war, wie schon erwähnt, ein tatkräftiger Mann, dies beweist eine Episode aus dem schicksalsschweren Jahr 1944. Im Herbst 1944 wurde er auf der Flucht mit noch 70 Gertianoschern von serbischen Partisanen gefangen genommen. Nach einer aufregenden und nervenaufreibenden Odyssee - in der Gemeinde Itabe wollte man sie erschießen - ist es seinem persönlichen und unerschrockenen Einsatz gelungen, dass alle wohlbehalten nach Gertianosch zurückkehren und dem Tode oder den Todeslagern entkommen konnten.
In der Zeit als Dr. Mojem in Altkischoda bedienstet war, lernte er die Lehrerin Helene geborene Mixich kennen, die an der dortigen deutschen Schule unterrichtete. Im Jahre 1923 heirateten die beiden, und im Jahre 1926 kam dann ihr einziger Sohn, Hans Georg, in Ketscha zur Welt.
Nach vielen Bemühungen gelang Dr. Mojem endlich - März 1977 - mit Frau und der Familie seines Sohnes, die Ausreise in die Budesrepublik Deutschland. Hier in Deutschland erfreute sich Dr. Georg Mojem einer angemessenen sozialen Sicherstellung und der langersehnten Freiheit.
Am 19. August 1981 hat der Allmächtige ihn abberufen. Er starb, an einem Herzversagen in seiner Wohnung in Kirchheim unter Teck, im Alter von 81 Jahren.
Als letzter deutscher Notär der Gemeinde Gertianosch wird er vielen Menschen seiner Erlebnisgeneration auch nach seinem Tode in bester Erinnerung bleiben.
(Literatur: 1) Hoffmann, 77, 83; 2) Mettler, 69; 3) Getianosch, 78-79; 4) Schriftliche Mitteilung von Hans Georg Mojem an Verfasser, 7.2.1995) 


Müller Johann Josef
Erster diplomierter Lehrer der Gemeinde

In den ersten Jahren des Bestandes der Gemeinde, war diese wirtschaftlich noch zu schwach, um einen Lehrer zu bezahlen. Johann Fuhrmann, aller Wahrscheinlichkeit nach ein besserer, gebildeter Handwerker, unterrichtet schon 1781 in seinem Hause 18 Schüler mit zufriedenstellendem Erfolg. 1788 betrug die Zahl seiner Schulkinder bereits 115. Sein Nachfolger wurde im Jahre 1788 Johann Josef Müller. Er war der erste geschulte und befähigte Lehrer der Gemeinde. Seine Befähigungsurkunde wurde am 21. November 1788 in Temeswar von Schulaufseher Albert Karlitzky ausgestellt. (1) Müller legte in Temeschburg bloß die Prüfungen ab, an pädagogischen Kursen hat er hier nicht teilgenommen. (2) Im Besitz der Gemeinde waren, sowohl dieses Diplom, als auch ein von seiner Hand geschriebenes Büchlein über die Tätigkeit des Kantors und ein von seinem Vater am 17. Juli 1782 aus Wolscheid (Elsaß) (3) zugesandtes Gebetbuch mit seiner Handschrift darin. (4)
Lehrer Müller wurde von Gertianosch nach Heufeld versetzt, wo er starb und auch begraben liegt. Sein steinernes Grabkreuz war 1885 auf dem Friedhof zwischen Heufeld und Mastort zu sehen. (5) Leider fehlen weitere Daten.
(1) Ist von Albert Karlitzky als " ... des Temes: Bezirkes Schulen Inspector ..." ausgestellt. (Ludwig. S. 93)
(2) Petri-Normalschule. S. 182 - Anm. 380.
(3) Gemeint ist Walscheid, Kreis Saarburg, Lothringen.
(Petri-Normalschule. S. 182 - Anm. 379).
(4) Ob diese Dokumente noch erhalten sind, entziehen sich meinen Kenntnissen.
(5) Ludwig. S. 93 .Anmerkung.
(Literatur: 1) Ludwig, 92-93; 2) Hoffmann, 150; 3) Mettler, 139; 4) Gertianosch, 148; 5) Petri-Normalschule, 58, 182-Anm.379 und 380)  


Prinzinger Wilhelm
Pfarrer
Wilhelm Prinzinger wurde am 1. Juli 1918 in Petrifeld/Sathmar geboren. Nach der Reifeprüfung besuchte er 1938-1943 die Theologische Hochschule in Temeschburg.
Anmerkung: Bild von der Erstkommunion 1968. Wer hat ein Bild mit den Mädchen?
Am 10. April 1943 zum Priester geweiht, war er anschließend in folgenden Pfarreien tätig: Glogowatz (1943-1947), Temeschburg (?) (1947-1948), Neuarad (1948-1950), Bethausen (1958), und 1958-1992, Pfarrer und Dechant in Gertianosch. Wilhelm Prinzinger war der am längsten in Gertianosch tätige Pfarrer (34 Jahre). Als die röm. kath. Diözese Temeschburg 1990 wieder eingerichtet werden durfte, wurde Wilhelm Prinzinger zum Ehren- Erzdechanten ernannt.
Am 16. Oktober 1960, anlässlich des Kirchweihfestes, wurde in schlichter Form auch die 175. Jahreswende der Gemeinde gefeiert. Pfarrer Wilhelm Prinzinger würdigte dieses Ereignis in der Geschichte der Gemeinde im zweiten Teil seiner Festpredigt. Er rief die Gläubigen auf, aller Nationen Sitten und Bräuche zu ehren und zu achten, doch die eigenen nicht zu vernachlässigen oder gar zu vergessen. Er schloss seine Predigt mit den Worten: "Deutsch lernte uns die Mutter beten, Deutsch wollen wir immer vor unseren Herrgott treten!" Dem Hochamt folgte ein "Te Deum", welches der 175. Jahreswende der Gemeinde gewidmet war.
In die Dienstzeit von Wilhelm Prinzinger fällt die notwendig gewordene Reparatur der Kirche, besonders aber des Kirchturms und des Kirchendaches. Am 3. September 1962 wurde mit der Arbeit begonnen, einen Monat später erstrahlte der Turm in seinem neuen "Blechkleid". Da das Geld ausreichte, wurden anschließend auch die Innenmalereien restauriert. Im Juli 1982 anlässlich eines furchtbaren Unwetters, wurde der Kirchturm dermaßen beschädigt, dass man ihn bis zum Mauerwerk abtragen musste. Dank der großzügigen Spenden Gertianoscher Landsleute in der Bundesrepublik Deutschland und der wenigen noch in Gertianosch lebenden Deutschen, war eine Reparatur der Kirche möglich. Die Turmkuppel konnte jedoch nicht mehr aufgebaut werden, so, dass der Turm nun niedriger und abgeflacht dasteht. Dass diese Arbeit überhaupt ein gutes und schnelles Ende fand, ist vor allem Pfarrer Wilhelm Prinzinger zu verdanken. Unter normalen Verhältnissen wäre dieses Unterfangen nichts Besonderes gewesen, aber unter den Gegebenheiten des sogenannten "Demokratischen Sozialismus" in Rumänien war es schon eine große Sache.
In den Jahren vor seiner Übersiedlung nach Deutschland, musste Pfarrer Prinzinger, trotz seines hohen Alters, in Ermangelung von katholischen Priestern, acht Filialen betreuen. Am 24. Juli 1992 übersiedelte er nach Ebenweiler/Württemberg, zu seinem Bruder. Wegen einer doppelseitigen Lungenentzündung musste er aber sofort in das Ravensburger Krankenhaus eingewiesen werden. Er überstand zwar nach monatelangem Aufenthalt im Krankenhaus die schlimme Lungenentzündung, doch eine unheilbare, in Temeschburg bereits operierte Krankheit konnte nicht mehr geheilt werden. Im Alter von 74 Jahren verstarb er hier am 2. November 1992 und wurde am 4. November 1992 unter großer Anteilnahme der Ebenweiler Bevölkerung, darunter sich auch viele Landsleute und Priester aus dem Banat befanden, auf dem Ebenweiler Friedhof beerdigt.
(Literatur: 1) Gertianosch, 263-265; 2) Pfarrer und Erzdechant; 3) Prinzinger; 4) Erzdechant; 5) Eigene Aufzeichnungen.  


Dr. med. Rieß (Riess) Josef
Augenarzt, Banater Gauobmann

Dr. Josef Rieß kam am 28. Oktober 1895 in Gertianosch, als Sohn des Fleischhauers Johann Rieß und der Eva geborene Bartl, zur Welt (auf dem Bild mit der Mutter).
Nach Beendigung der Volksschule in seinem Heimatort, besuchte er 1907-1915 das Piaristengymnasium in Szegedin und Temeschburg, wo er im Juni 1915 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er an der Universität zu Budapest Humanmedizin.
Im Frühjahr 1918 kam Josef Rieß mit dem Temeschburger k.u.k. Infanterieregiment 61 an die Front nach Frankreich und geriet noch im selben Jahr in Kriegsgefangenschaft. In den Jahren 1920-1922 setzte er sein Medizinstudium in Tübingen und München fort. Hier promovierte er 1922 zum Dr. med..  1923-1928 finden wir ihn als praktischen Arzt in Lenauheim.
In den Jahren 1928-1931 spezialisierte er sich in Berlin und Greifswalde in Augenheilkunde. Im Jahre 1931 ließ er sich dann als Augenarzt in Temeschburg nieder, ordinierte aber auch im Spital der "Barmherzigen Brüder", wo sich ihm Operationsmöglichkeiten boten.
Im Jahre 1943 wurde Rieß zur rumänischen Armee eingezogen und leistete als Facharzt Dienst, zunächst in Tschernowitz, dann aber im Temeschburger Militärspital. Ein altes Nierenleiden aus der Zeit der französischen Gefangenschaft machte ihm schon längere Zeit zu schaffen und führte zu Herzstörungen. Am 21. Oktober 1943 brach er während der Ordination im Militärspital plötzlich zusammen und verschied nach wenigen Minuten. Am Vormittag des 23. Oktober 1943 wurden die sterblichen Überreste des Dahingeschiedenen im Hofe des Militärspitals, wo der Leichnam aufgebahrt war, von Domherr Josef Nischbach eingesegnet und verabschiedet. Dann würdigte Dr. Eugen Suciu im Namen der Berufskameraden in rumänischer und deutscher Sprache, Dr. Josef Rieß als Mensch und Arzt und unterstrich besonders seinen Idealismus und sein hohes Berufsethos, während Dr. Hans May als Freund und Kriegskamerad Worte des Abschieds sprach. Unter Geleit der Trauergemeinde und einer Ehrenkompanie wurde der Tote zum Bahnhof gebracht und von da nach Gertianosch überführt.
Bei dem Begräbnis in der Heimatgemeinde sprachen Dechantpfarrer Kilian und im Namen der deutschen Ärzteschaft Dr. Matz Hoffmann am offenen Grab. 
Der politische Werdegang von Dr. Josef Rieß fällt in die Zeit des volkspolitischen Gerangels unseres Banater Schwabentums der Jahre 1921-1936. Als Dr. Josef Rieß sich 1931 in Temeschburg niederließ, stand er bald mitten im geistigen und politischen Leben des Banater Deutschtums. Er war Mitbegründer der Nachbarschaften, war selbst zwei Jahre hindurch, 1932-1934, Stadthann von Temeschburg. Ebenso war er gründendes Mitglied des Deustchen Ruderklubs in Temeschburg. Dr. Rieß zeigte die Gefahren unserer Kinderarmut und entfaltete auf dem gesamten Gebiet unseres völkischen Lebens eine rege Tätigkeit. Er kämpfte in Wort, Schrift und Tat für die Belange seines Banater deutschen Volkes. Hier sei insbesondere an seine wertvolle Mitarbeit in der Semmelweis-Ärztegruppe erinnert, deren Schriftführer er 1934-1936 war. Er vertrat immer den Standpunkt, dass der Arzt nicht nur Heiler der Kranheiten sei, sondern vor allem die vorbeugende Gesundheitsbetreuung seines Volkes bejahen und mitten im völkischen Leben stehen sollte. Auf Vorschlag von Dr. Rieß, wurde 1926 innerhalb des siebenbürgisch-deutschen-Ärztevereins, dem die Semmelweis-Ärztegruppe Banat angehörte, die "Medizinische Zeitschrift" (später "Arzt im Osten") ins Leben gerufen.
Im Jahre 1936 wurde er von den Gauräten einstimmig zum Banater Gauobmann gewählt. Von da an, bis zum Jahre 1940, gab es für ihn überhaupt keine Ruhe mehr. Obwohl nierenleidend, schonte er seine Gesundheit nicht, opferte Tage und Nächte, Arbeit und Geld für sein Volk, versah dabei noch seine inzwischen sehr ansehnlich gewordene Augenheilpraxis.
Dr. Josef Rieß war immer ein Gesinnungsfreund von Dr. Kaspar Muth. Als die Spaltung der Erneuerungsbewegung am 29. Juni 1935 vollzogen war, schlossen sich beide dh. Muth und Rieß dem gemäßigteren Fabritiusflügel an. Dr. Muth allerdings, war selbst dem gemäßigten Fabritiusflügel nicht mehr tragbar. In vollem Einverständnis mit Fritz Fabritius trat er zurück, sicherte aber vorher Dr. Josef Rieß die Nachfolge als Gauobmann der Volksgemeinschaft für das Banat. Dr. Josef Rieß übernahm ein schweres Amt, da sich in diesen Jahren die politischen Ereignisse überstürzten. Im Oktober 1938 kam es zwischen der Landesleitung der "Volksgemeinschaft" und der Hauptleitung der "Deutschen Volkspartei" zu Verhandlungen um eine endgültige Beilegung der Fehde. Zuerst wurde mit Billigung der Berliner "Volksdeutschen Mittelstelle" (VOMI), die "Deutsche Volkspartei" (DVP) aufgelöst, Dr. Alfred Bonfert (Leiter der DVP) wurde aber als stellvertretender Landesvorsitzender der Volksgemeinschaft eingesetzt. Als er schließlich wieder mit seinen Leuten gegen die Volksgemeinschaft hetzte und schürte, enthob der Volksrat ihn und seine Leute von ihren Ämtern. Die Stelle Bonferts übertrug Fabritius Dr. Wofgang Bruckner. Diese Enthebung brachte die VOMI auf den Plan. Sie beordnete Fabritius kurzerhand nach Berlin und ließ ihn dort zurückhalten. Im Oktober 1939 wurde er als Landesobmann der Deutschen in Rumänien enthoben, an seine Stelle trat Dr. Bruckner. Im September 1940 war dann die "Gleichschaltung" vollzogen. Die "Deutsche Volksgemeinschaft in Rumänien" bestand nicht mehr. Berlin ernannte den 28jährigen Andreas Schmidt zum Volksgruppenführer der "Deutschen Volksgruppe in Rumänien". Dr. Josef Rieß wurde am 1. Oktober 1940 durch Peter Anton aus Warjasch ersetzt.
Dr. Rieß war auch Mitglied im Verwaltungsrat und Aufsichtsrat der "Deutschen Haus AG". Er ist Herausgeber des Buches: Deutsches Volkswerden im Banat. Reden und Aufsätze Dr. Kaspar Muth´s. Timisoara 1935, 320 S. Dr. Rieß schrieb auch Facharbeiten und volkspolitische Aufsätze, die in Zeitschriften, Kalender und Zeitungen erschienen sind. Z.B.:
* Ursachen und Folgen des Geburtenrückganges im deutschen Banat. In: Schwäbischer Volkskalender 1927. S. 40-47
* Was man von der Trachomkrankheit wissen muß. In: Schwäbischer Volkskalender 1932. S.116-118.
* Deutsches Gesundheitswesen und deutsche Wohlfahrtspflege (im jugoslaw. Banat seit 1918). In: Handwörterbuch d. Grenz- u. Auslandsdeutschtums. Bd.1, 1933. S. 286. Batschka (nach 1918). Ebenda. S. 342 f.
* Geburten- u. Sterbezahlen der deutschen Gemeinden des Banats. In: "Banater Deutsche Zeitung", 23. 6.1934
* Fruchtbarkeit und Altersgliederung der deutschen Bevölkerung auf der schwäbischen Heide. In: Schwäbischer Volkskalender, 1935. S. 107-112. Diagr.
* Vergleichende Bevölkerungsbewegung der deutschen und rumänischen Bevölkerung des Komitates Karasch-Severin aus den Jahren 1900-1910. In: Banater Monatshefte Jg. 3, 1935/1936. Heft. 9.
(Literatur: 1) Arzt im Osten 1943; 2) SODTZ.1943; 3) Todesanzeige; 3) Der letzte Weg; 4) Petri-Josef Rieß; 5) Petri-Heilwesen, 419-424, 672, 721-723, 725, 727; 6) Petri-Lexikon, 1567-1568)                    


Römer Peter
Pfarrer, Prefäkt des Gertianoscher Knabenkonvikts in Szegedin

Um den 100jährigen Bestand der Gemeinde mit einem bleibenden Werk zu krönen, beschloß der Gemeinderat am 15. Oktober 1885 ein Konvikt (Schülerheim) zu schaffen, in welchem sich Gertianoscher Kinder durch den Besuch einer Mittelschule weiterbilden und die Staatssprache erlernen können.
An der Spitze dieses Unterfangens stand Adam Röser, betraut vom Gemeinderat. Es wurde ein Ausschuss gebildet, der die Satzungen des Konviktvereins ausarbeitete. Gemäß diesen Satzungen sollte das Schülerheim eigenständig verwaltet werden. Die Satzungen wurden 1889 vom Gemeinderat gebilligt und damit war das zu errichtende Schülerheim von der politischen Gemeinde getrennt.
Die Geldmittel zum Ankauf eines Gebäudes wurden durch private Sammlungen aufgebracht. Die politische Gemeinde selbst beteiligte sich mit keinem Geld an der Errichtung des Konvikts, sondern gab nur den Namen dazu. Im Mai 1890 wurde ein Haus in Szegedin - Kalvaria-utca Nr. 10 (Kalvariengasse Nr 10); Szent Haromsag-utca Nr. 9 (Hl. Dreifaltigkeitsgasse Nr.9) - um den Preis von 9000 Gulden angekauft. Am 1. September desselben Jahres konnte das Konvikt bereits seiner Bestimmung übergeben werden. Das Schülerheim hieß offiziell: "Gyertyamosi Magyarnyelvterjesztö es fiu nevelö-intezet" (Gyertyamoser Institut zur Verbreitung der ungarischen Sprache und Knabenerziehung). Die Gertianoscher nannten es kurzwegs "Szegediner Konvikt der Gemeinde Gyertyamos". Es bildete also das Eigentum der Gesamtheit der Bewohner von Gertianosch. Gertianoscher Kinder hatten bei der Aufnahme anderen Kindern gegenüber einen Vorzug. Die Zahl der Zöglinge betrug anfangs 60. Mit der 1898 erfolgten Erweiterung des Konvikts konnten schließlich 140-160 Knaben aufgenommen werden.
Zum Prefäkten des Gertianoscher Knabenkonvikts in Szegedin wurde Pfarrer Peter Römer berufen.
Peter Römer kam am 31. März 1874 als Sohn des Peter Römer, Landwirt und der Magdalena geborene Röser, in Gertianosch zur Welt. Nach Beendigung der Volksschule in seiner Geburtsgemeinde, besuchte er 1886-1894 das Gymnasium und nachher 1894-1898 die Theologische Hochschule in Temeschburg. Am 2. Juli 1898 wurde Peter Römer zum Priester geweiht. Er begann seine Priesterlaufbahn (1898-1900) in Temeschburg, wo er in der Fabrikstadt als Kaplan und Religionslehrer wirkte. Anschließend war er für kurze Zeit auch Kaplan in Busiasch. Im Jahre 1900 wird er zum Prefäkten des Gertianoscher Knabenkonvikts in Szegedin ernannt. Am 1. September 1901 wird Peter Römer auch zum Religionslehrer an das Szegediner Staatsgymnasium berufen. Hier in Szegedin wirkte Peter Römer bis zum Jahre 1919. Die politischen Ereignisse jener Zeit veranlaßten Peter Römer beim bischöflichen Ordinariat, seine Versetzung in eine Pfarrgemeinde zu beantragen. So kam er nach Orschowa und wurde hier Stadtpfarrer. Peter Römer erfreute sich nicht nur in Orschowa, sondern in der ganzen Umgebung, eines guten Rufs und Beliebtheit. In der Stellung als Stadtpfarrer verblieb er bis zu seinem Tode, der am 21. März 1923, infolge einer akuten Lungenentzündung erfolgte. Er wurde am 24. März 1923, mit großer geistlicher Assistenz und einer zahlreichen Trauergemeinde, auf dem Friedhof in Orschowa beigesetzt.
Als Prefäkt des Gertianoscher Knabenkonvikts in Szegedin, sorgte er dafür, daß ein, dem damaligen Zeitgeist und der Bildungssituation angepaßtes, klar umrissenes Erziehungs- und Bildungsziel verfolgt wurde. Den Eltern gegenüber hatte sich die Konviktleitung verpflichtet, für eine gesunde, geistige, körperliche und moralische Entwicklung der Zöglinge sorgen zu wollen, und ihnen eine disziplinierte Erziehung zuteil werden zu lassen. Stein des Anstoßes für die Leistungen des Konvikts war und ist, bis auf den heutigen Tag, sein Bildungsziel, die "magyarische Sprache" und das "Gefühl der Vaterlandsliebe" nach damaligen Sprachgebrauch "patriotische Gesinnung" zu verbreiten. Dr. Matz Hoffmann schreibt dazu:
"Obwohl das Schülerheim das Bedürfnis der Gertianoscher zur Weiterbildung befriedigte, war es im Grunde genommen doch ein mächtiges Instrument der Madjarisierung. Nahezu alle gebildeten Söhne von Gertianosch wurden im Konvikt erzogen. Dort durfte nicht deutsch gesprochen werden. Die Eltern haben diese Tatsache ohne Murren hingenommen. Das deutsche Volksbewusstsein schlief noch fest. Deshalb dürfen wir unseren Ahnen aus dem Szegediner Konvikt keinen Vorwurf machen. Sie taten, was alle Deutsche des Banats damals taten und waren stolz auf ihr Konvikt in Szegedin. Mit der Zeit gewann das Szegediner Knabenkonvikt der Gemeinde Gertianosch im ganzen Ungarnland einen guten Ruf."
(Literatur: 1) Schematismus 1913, S. 247,339; 2) Hoffmann, 186-187; 3) Mettler, 175-176; 4) Gertianosch, 173; 5) Orsovaer Pfarrer; 6) TZ. 1923; 7) Petri-Lexikon, 1585)  


Röser Adam
Kommunalpolitiker in Gertianosch

In meinen bisherigen Ausführungen kam schon einige Male der Name Adam Röser vor. Er wurde am 18. Juni 1838 als Sohn des Peter Röser, Landwirt und der Maria geborene Willwert, in Gertianosch geboren. Daten zu seiner Schulausbildung fehlen.
Adam Röser war eine Persönlichkeit, die im öffentlichen- und Vereinsleben der Gemeinde, von Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, eine wichtige Rolle spielte. Er war der erste Postmeister in Gertianosch (1858-1862). In den Jahren 1871-1874 und 1877-1889 war er Leiter des Dorfschulausschusses; 1871 Gründer der ersten Geldanstalt Gyertyamoser Sparkassa, an deren Spitze er viele Jahre stand. Röser gründete 1877 den ersten Leichenbestattungsverein und war dessen Obmann.
Er gab den Gedanken und Anstoß zur Erstellung der ersten Monographie; 1885 gründete er den Schützenverein; war Mitbegründer des Gertianoscher Konvikts in Szegedin; besaß eine Ziegelei im Ort; war Gründer des Wirtshauses Neue Welt auf der Tscharda und 1908-1914 Obmann des Friedhofausschusses. Röser war einwandfrei maßgeblich am Entstehen des Einwanderungsbildes beteiligt. Adam Röser war an so manchem beteiligt und es scheint, als wäre er von guten Einfällen oft genug erfüllt gewesen.
Das Bildnis des bereits gealterten, doch noch rüstigen Adam Röser, zeigt uns das Gesicht eines überaus klugen und schlauen Mannes mit Lebenserfahrung. Selbstbewust und etwas listig stechen die noch lebhaften Augen aus dem Gesicht mit dem struppigen Schnautzbart hervor.
Ein Zeitgenosse Rösers entwarf zu dessen Tun bzw. Charakters ein nicht gerade positives Bild. Es heißt da: Dieser Mann war ein verkörperter Doppelgänger. Im Streit um die Aufteilung der Gertianoscher Hutweide stand Adam Röser an der Spitze der Bauern gegen die Kleinhäusler. Während er einerseits die Interessen der einen stützte, gründete er andererseits die Neue Welt, d.h. er erweiterte das Dorf an der Tscharda mit einer neuen Siedlung für Besitzlose, und das vollzog er auf einem Gelände, das durch die Aufteilung der Hutweide längs der Bahnlinie disponibel gemacht wurde.
Zum einen plädierte er für das Einwanderungsbild, solidarisierte sich aber gleichzeitig mit dem ausschließlichen Gebrauch der madjarichen Sprache im Gertianoscher Konvikt in Szegedin.
Wenn wir diese Widersprüchlichkeiten analysieren, bleibt uns eigentlich nur noch zu glauben, dass sich Adam Röser in seinen Bestrebungen um Gertianosch ausschließlich von seinem Geschäftssinn leiten ließ. Und so spricht manches dafür, dass er selbst beim Zustandekommen des Einwanderungsbildes, besser gesagt, bei dessen Veräußerung, einen bedeutenden Anteil für sich als sogenannten Mitinhaber beansprucht hat. Der große Erfolg von Jägers Einwanderungsbild brachte Röser auch auf den Gedanken, durch die Budapester Verlagsgesellschaft Franklin Farbreproduktionen herstellen zu lassen, wobei er den größten Teil des Ertrages einsteckte.
Wir müssen aber auch die positiven Einschätzungen, derer sich Adam Röser bei seinen Landsleuten erfreute, erwähnen. So heißt es in Stefan Dold´s Gelegenheitsbroschüre: "Jahre hindurch befasste sich der für alles Schöne und Edle eingenommene Herr Adam Röser, dem Gertianosch so manche Kulturinstitution zu verdanken hat, mit dem Gedanken, wie die jetzige Generation der einst eingewanderten Deutschen, ihren Ahnen, eine gebührende Ehre und Dankbarkeit am besten ausdrücken könnte. So kam Herr Röser auf die Idee, ein Bild über die Einwanderung unserer Ahnen machen zu lassen. Diese wurde nachher durch den Kunstmaler Stefan Jäger auch ausgeführt."
In Dr. Matz Hoffmann´s Monographie heißt es in Bezug auf das Zustandekommen des Einwanderungsbildes, dass die Idee zu seiner Schaffung von Jakob Knopf gegeben wurde, während Adam Röser sein eifriger Förderer war.
Wie dem auch immer gewesen sei, ob eigen- oder uneigennützig an diesem Vorhaben beteiligt, scheint es höchstwahrscheinlich, als hätte Adam Röser dennoch einen bedeutenden Anteil am Zustandekommen des Tryptychons gehabt. Er soll die Studienreisen Jägers finanziell ermöglicht haben.
(Literatur: 1) Ludwig, 110,111, 153, 164, 269; 2) Hoffmann, 39-44, 57, 84, 148, 157, 181, 183, 186, 193, 222, 232-233, 235, 249, ; 3) Mettler, 36-40, 50-51, 145-146, 196-197; 4) Liebhard, 117, 118; 5) Podlipny-Hehn, 8-9, 14; 6) Scherer, 90-91; 7) Gertianosch, 55-56, 75, 154; 8) Gross, 36-39, 68-69, 133; 9) Petri- Lexikon, 1586)   


Röser Johann
Pädagoge, Schuldirektor, Schulenbesitzer, Fachautor

Als Sohn des Michael Röser, Landwirt und der Maria Anna geborene Lenn, erblickte Johann Röser am 18. (19.) August 1844 in Gertianosch das Licht der Welt. Die Volksschule besuchte er in seiner Geburtsgemeinde, anschließend die Realschule in Szegedin. In den Jahren 1857-1861 besuchte er die Höhere Handelsschule seines Onkels Nikolaus Röser in Pest und bereitete sich nach fünfjährigem Studium auf die Professorenlaufbahn in Handels-wissenschaften vor. Gleichzeitig war er als Erzieher im Institut seines Onkels und als Lehrer des katholischen Gesellenvereins tätig. Nach Vollendung seiner Studien wirkte er bis 1868 an verschiedenen Banken und Industriebetrieben in Pest. Nach Ablegung der Lehrbefähigungsprüfung für höhere Handelsschulen (1868), trat Johann Röser als ordentlicher Professor in das Institut seines Onkels Nikolaus Röser ein und trug kaufmännisches Rechnen, Buchhaltung, Wechsel-, Handels-, und Gewerberecht sowie Nationalökonomie vor. Darüber hinaus erteilte er auch Unterricht in einem Privat-Mädcheninstitut.
Nach langjährigem Wirken (1869-1903) wurde er als Direktionsrat mehrerer Bankinstitute, als gründendes Mitglied des Versicherungsvereins, des Zentral-Fröbel-Vereins und schließlich als Ausschussmitglied der naturwissenschaftlichen Gesellschaft und als Mitglied des Mittelschul-Professoren-Vereins ernannt.
Im Jahre 1878 gründete Röser Johann ein öffentliches Erziehungsinstitut in Budapest. Von 1903 bis zu seinem Tode finden wir ihn als Direktor der Röser´schen Handelsschule in Budapest.
Johann Röser starb am 21. Mai 1918 in Budapest, und ist auch dort begraben.
Als Fachautor auf käufmännischem Gebiet nahm Röser einen der ersten Plätze ein. Seine Werke sind:
*  Die Lehre der kaufmännischen Buchführung. 2 Bände. Pest 1870-71 (auch ungarisch)
*  Die Wechselkunde und Wechselpraxis. Budapest 1885 (1893), (auch ungarisch)
*  Die Lehre vom Kontokorrent und der Interessenrechnung. Budapest 1885 (auch ungarisch)
*  Rede zur Feier des 100jährigem Bestandes der Gemeinde Gyertyamos (Torontaler Comitat, Ungarn), gehalten am 15. Okt. 1885. 8 Seiten
*  Leitfaden der doppelten Buchführung. Budapest 1899 (auch ungarisch)
*  (Mit Alfred Edvin Röser:) Bericht der Budapester Röser´schen Handelsanstalt den Teilnehmern des X. Internationalen Kongresses für kaufmännisches Bildungswesen. Budapest 1913
Johann Röser ist auch Herausgeber, in ungarischer Übersetzung, des Werkes von Rudolf Baumbach, bekannter deutscher zeitgenössischer Schriftsteller.
(Literatur: 1) Ludwig, 35-36, 270; 2) Borovszky-Torontal, 289-290; 3) Petri-Lexikon, 1587)


Röser Johann
Landwirt, Wirtschaftler, Volkstumskämpfer

Im ungeteilten Banat waren die Schwaben zahlenmäßig und wirtschaftlich eine entscheidende Macht, völkisch aber waren sie fast ohne Führung, da ihre Intelligenz laufend im Ungarntum aufging. Der durch die Schulgesetze hervorgerufene Madjarisierungsdruck ließ bald Abwehrkräfte wachsen.
Eine der markantesten Persönlichkeiten in diesem Ringen um die eigene Identität des Schwabenvolkes ist zweifelsohne der aus Gertianosch stammende Johann (Hans) Röser.
Als Sohn des Michael Röser, Landwirt und der Maria Anna geborene Christ, erblickte Johann am 17. März 1870 in Gertianosch das Licht der Welt. Die Volksschule besuchte er im Geburtsort, dann 1883-1887 die Höhere Handelsschule bei seinem Großonkel Nikolaus Röser in Budapest. Anschließend war er zunächst im väterlichen Betrieb und dann als Kaufmann tätig. Die Bekanntschaft mit Edmund Steinacker (1904) veranlasste Johann Röser am Kampf der deutschen Minderheit für politische, kulturelle und wirtschaftliche Rechte einzutreten. Röser war am 30. Dezember 1906 in Werschetz bei der Gründung der Ungarländischen Deutschen Volkspartei maßgeblich beteiligt und wurde zum Obmannstellvertreter gewählt. (Obmann wurde Ludwig Kremling). Gleichzeitig mit der politisch-nationalen Bewegung beabsichtigte Röser einen wirtschaftlichen Zusammenschluß auf völkischer Grundlage zu wagen. Er trug sich mit dem Gedanken, nach dem Muster der siebenbürgisch-sächsischen Raiffeisenvereine, auch im Banat solche Organisationen zu schaffen. Am 5. Mai 1910 entstand daraufhin in Temeschburg der Dachverband der Raiffeisen-Zentrale-AG., der im ehemaligen Gasthaus "Zu den Sieben Kurfürsten" in Temeschburg, am Domplatz untergebracht war.
Bei den Parlamentswahlen im Jahre 1910 trat die Ungarländische Deutsche Volkspartei in den Wahlkampf. Unter den Kandidaten der Partei war auch Johann Röser im Kleinbetschkereker Wahlkreis. Gegen Geld, Drohungen und riesigen Versprechungen der Kandidaten der Regierungspartei konnten sich die Vertreter der Deutschen Partei noch nicht durchsetzen.
In den Wahlreden Johann Röser´s kommen sehr deutlich die Grundsatzerklärungen des Programms der Ungarländischen Deutschen Volkspartei zum Ausdruck. Hier nur ein kurzer Auszug aus seiner Wahlrede als Abgeordnetenkandidat des Kleinbetschkereker Wahlbezirks im Jahre 1909: " Zuerst kommt unser Volk. Unserem Volke sind durch das Nationalitätengesetz Rechte zugesichert. Wir wollen aber, dass diese Gesetze nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch wirklich durchgeführt werden sollen (...) Jedes Volk kann sich nur in seiner Sprache bis zur höchsten Stufe emporschwingen. Und unsere ureigenste Sprache ist die Deutsche (...) Zum Vaterlandsverräter kann ein Deutscher nur dann werden, wenn er seine guten deutschen Eigenschaften verliert. Denjenigen aber, der seine deutsche Eigenart aufgibt und etwas sein will, was er schon von Natur aus nicht ist - ein Magyare - den nennen wir einen Renegaten. Er gleicht den Janitscharen, die gegen ihr eigenes Volk kämpften (...) Wir wollen auch in der Kirche mit unserem Herrgott in deutscher Sprache verkehren können (...) Wir wollen es nicht dulden, dass man unser Volk, das bisher die Kultur in Ungarn verbreitete, verdumme. Leider sehen wir (...), dass unsere Kinder nach sechs Jahren Schulunterricht weder deutsch und magyarisch lesen und schreiben können (...) Wir fordern daher mit ganzer Entschiedenheit die deutsche Unterrichtssprache in den Volks- und Mittelschulen, so wie das Gesetz dies vorschreibt oder gestattet (...) Ich will nur noch bemerken, dass derjenige Bauer, der gegen mich stimmt, auch gegen sich selbst stimmt. Ferner, dass derjenige Deutsche, der gegen mich stimmt, auch gegen seine Muttersprache stimmt, denn ich kämpfe hier nicht für mich, sondern vertrete ein Prinzip, eine Idee (...)"
Dr. Matz Hoffmann schreibt: "Die Madjarisierungsbestrebungen trugen auch in Gertianosch ihre Früchte. Die Mahnworte eines Johann Röser, sich auf die deutsche Art zu besinnen, verhallten leider im Wind. Er hatte in Gertianosch kaum Anhänger. Hingegen war ein großer Teil von Gertianosch in der 48er Partei. Erst der Weltkrieg rüttelte die Gertianoscher auf."
Am 7.-8. September 1913 gründete Johann Röser mit Rudolf Brandsch in Werschetz den Deutschen Bauernbund aus den Ländern der ungarischen Krone, mit Sitz in Budapest. Auch hier wurde er Obmannstellvertreter. 1914-1918 leitete Röser die "Agricola", die Warenabteilung dieses Bauernbundes; 1918-1919 funktionierte sie in Temeschburg, dann 1920 wieder in Budapest und wurde letztendlich 1921 in Temeschburg liquidiert.
Am 13. März 1919 ist Johann Röser Mitbegründer der Deutsch-Schwäbischen Volkspartei. Die deutsch-radikale Gruppe der Schwaben unter Führung von Johann Röser, die der politischen Richtung Dr. Rudolf Brandsch folgten, hatten sich bald nach dem 8. Januar 1919 dem Gedankengang der Siebenbürger Sachsen angeschlossen und den Anschluß des ganzen Banats an Rumänien als ihr politisches Ziel angenommen.
Johann Röser initiierte mit Dr. Michael Kausch am 9. Mai 1919 den Banater Deutschen Kulturverein; gab in Temeschburg die Deutsche Wacht heraus (später Banater Tagblatt). Röser nahm lebhaften Anteil an der Anschlußbewegung der Banater Schwaben. Am 10. August 1919 nahm er an der von Franz Wettel geleiteten Schwabentagung teil, die den Anschluß des ganzen Banats an Rumänien ausgesprochen hat. Der hier gefaßte Beschluß wurde durch eine Schwabenabordnung, der auch Johann Röser angehörte, dem Rumänischen Regierungsrat (Consiliul Dirigent) Hermannstadt am 15. August 1919 übergeben.
Johann Röser war durchdrungen von der deutschen Sache, ja er hing seinem Volke gerade fanatisch an. Er besaß ein solches Rednertalent, dass er jeden von seinen Ideen überzeugen konnte. Einmal soll er gesagt haben: Jeder Esel weiß, dass er ein Esel ist, nur nicht jeder Deutsche weiß, und will wissen, dass er ein Deutscher ist!
Johann Röser kaufte das Anker Palais in Temeschburg und wollte aus ihm ein Deutsches Haus machen. Im "Schwäbischen Volkskalender 1933" lesen wir: "Johann Röser besaß 1919 ein großes Vermögen und hohes Ansehen im Kreise seiner Verehrer und Anhänger. Leider war er - wie so viele seltene Menschen ihrer Art - völlig weltfremd und von einer geradezu naiven Vertrauensseligkeit geleitet, die selbst vor den Gegnern seiner Person nicht Halt machte. Auch war es ihm nicht gegeben die Grenzen seiner Kraft zu erkennen, so dass er schließlich an der rauen Wirklichkeit scheitern musste. Nach misslungenen Geschäften ging sein Vermögen verloren."
Nach einigen Zwischenaufenthalten in Wien und Berlin, ließ er sich in Budapest nieder, wo er im Kreise seiner Familie am 3. September 1932 im Alter von nur 62 Jahren plötzlich verschied. Beerdigt wurde er im Alt-Ofener Friedhof.
Aufschlussreiche Einzelheiten, die den politischen Werdegang von Johann Röser als Volkstumskämpfer beleuchten, findet man, um nur einige zu nennen, in:
*  Dr. Michael Kausch: Schicksalswende im Leben des Banater deutschen Volkes. Temeschburg, 1939.
*  Dr. Franz Kräuter: Erinnerungen aus meiner christlich-demokratischen Dienstzeit. Freiburg i.Br., 1967.
*  Rund um die Banater deutsch-radikale Schwabengruppe des Jahres 1919, von Dr. Gerhardt Hochstrasser. In: SODVB. Folge 4. Jg. 38. 1989.
*  Der Josephstädter Klub etc., von Dr. Franz Kräuter. Typoskript.
(Literatur: 1) Ludwig, 271; 2) Hans Röser; 3) Johann Röser; 4) Unsere Toten; 5) Hoffmann, 91; 6) Mettler, 74; 7) Reiter, W; 8) Biographische Spalte; 9) Petri-Kurzbiographien, 24-25; 10) Senz-Wir erinnern uns, 188; 11) Gertianosch, 80 12) Hochstrasser; 13) Petri-Lexikon, 1587) 



Röser Nikolaus
Pädagoge, Schulenbesitzer in Budapest, Reichstags-Abgeordneter

In den Annalen der Gertianoscher Geschichte ist unauslöschbar auch der Name des Budapester Schulen-Besitzers Nikolaus Röser verzeichnet.
Als Sohn des Michael Röser, Landwirt und der Katharina geborene Hafer, kam Nikolaus Röser am 27. Mai 1825 in Gertianosch zur Welt. Die Volksschule besuchte er in Gertianosch. Nach dem frühen Tod seines Vaters (1836), entschloss sich Johann Röser erst 11 Jahre alt, den Kaufmannsberuf zu ergreifen. Es gelang ihm jedoch in Budapest, die in guten Ruf stehende Handelsschule des Anton Hampl zu besuchen. Nach Abschluss dieser Schule inskribierte Röser in Wien an der Handelshochschule und absolvierte diese mit vorzüglichem Zeugnis, so dass er schon 1850 zum Professor an die Hampl´sche Lehranstalt berufen wurde.
Um sich von der Organisation ausländischer Handelslehranstalten vor Ort ein Bild machen zu können, bereiste Nikolaus Röser Deutschland und die Schweiz, nach deren Muster er im Jahre 1853 seine eigene private Handelsschule in Pest (IV. Bezirk, Aradergasse) errichtete. Diese Schule errang durch ihr kopetentes Wirken allsbald das Öffentlichkeitsrecht und wurde schließlich vom königlich-ungarischen Ministerium für Kultus und Unterricht, mit Verordnung Nr. 17.121 vom 12. August 1870, der Budapester Handels-Akademie gleichgestellt. Mit der Handelsschule wurde auch eine mit Öffentlichkeitsrecht ausgestattete vierklassige Bürgerschule ins Leben gerufen.
Nikolaus Röser war auch Mitbegründer des Gertianoscher Knabenkonvikts in Szegedin. Er kaufte in Gertianosch das Haus in der Schulgasse Nr.31 und stellte es für Kindergartenzwecke dem Kindergartenverein zur Verfügung. Für seine Verdienste um das Handelschulwesen wurde Nikolaus Röser zum Ritter des Franz Joseph-Ordens erhoben.
Welche Hochachtung sich Nikolaus Röser in der ungarischen Landeshauptstadt erfreute, beweist der Umstand, dass er als Stadtrepräsentand in den Munizipalausschuß der Hauptstadt, als Direktor der Budapester vorstädtischen Sparkasse, als gründendes Mitglied zahlreicher Vereine etc. gewählt wurde. Auch wurde er zweimal zum Reichstagsabgeordneten des Billeder Wahlkbezirkes gewählt.
Nikolaus Röser starb als 78-jähriger am 24. Oktober 1903 in Budapest und wurde auch dort beerdigt.
Werke: 1) Warenkunde. Pest, 1860 (auch ungarisch); 2) An die Wähler des Billeder Wahlbezirkes. Pest, 1869. 16 Seiten.
(Literatur: 1) Ludwig, 33-35; 2) Borovszky-Torontal, 290; 3) Hoffmann, 163; 4) Mettler, 150; 5) Gertianosch, 158; 6) Petri-Lexikon, 1589)


Rotschink Anton
Letzter Direktor der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft in Temeschburg

Anton Rotschink wurde am 6. September 1903 in Gertianosch geboren. Nach der Volksschule in seinem Heimatort, besuchte er die Mittel- und Handelsschule in Temeschburg.
Bei der Gründung der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft 1932, kam er in diese gemeinnützige Institution und wurde in kurzer Zeit die Seele des Unternehmens und deren kaufmännischer Leiter. Durch seine fachliche Tüchtigkeit erwarb er sich das Vertrauen seines Vorstandes und die Achtung und Anerkennung weiter Kreise der Banken und Geschäftswelt der Banater Metropole. Die schnelle Entwicklung dieser bäuerlichen Selbsthilfeorganisation war auch sein Verdienst.
Im Jahre 1937 verlässt er vorübergehend diese Institution, um mit seinem Bruder Michael, das von der Gertianoscher Ziegelei erworbene Gelände zu landwirtschaftlichen Betrieben umzugestalten und für seine Familie eine selbstständige Existenz zu begründen.
Nach wie vor galt aber seine Sorge der Zentralgenossenschaft, die zuletzt unter seiner Leitung zu einem bedeutenden Wirtschaftsunternehmen Rumäniens geworden war. Im Jahre 1939 finden wir ihn als Referenten für Jagd und Fischerei in der Hauptabteilung II des Gaubauernamtes in Temeschburg.
Nach dem Zusammenbruch 1944, fand er mit seiner Familie in Karlsruhe eine neue Heimat. Anton Rotschink war Mitbegründer und unentwegter Förderer der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland. Nach vielen Versuchen zur Sicherung des Lebensunterhaltes für die Seinen, baute er, in seiner Wohnküche beginnend, gemeinsam mit seinem Schwiegersohn, einen modernen Fleischverarbeitungsbetrieb auf, den er noch in vollem Aufblühen erleben durfte. Ein wohlverdienter Lebensabend war ihm aber nicht beschieden, denn schon am 29. August 1960, erst im 57. Lebensjahr, verstarb er nach kurzem, schwerem Leiden in Karlsruhe.
(Literatur: 1) Komanschek; 2) Petri-Lexikon, 1612)   


Rotschingk Sebastian
Bildhauer, Pädagoge

Der Bildhauer und Pädagoge schrieb seinen Namen Rotschingk. So finden wir ihn auf Plakate zu Kunstausstellungen und auf Absolvententableaus. In verschiedenen Publikationen kommt aber auch die Schreibweise Rothschingk, Rothschink, Rotschink und Rotsching vor.
Sebastian Rotschingk kam als Sohn des Kleinbauern Philipp Rotschingk und der Theresia, geborene Müller, am 17. März 1898 in Gertianosch zur Welt. Schon als kleiner Knabe bastelte er mit Lehm und formte Fische, die für ihn phantastische Tiere waren. Man stellte fest: "Der muss studieren!", und so kam er nach Beendigung der Volksschule zu Onkel und Tante nach Temeschburg.
Hier besuchte er in den Jahren 1909-1915 die Gewerbeschule. Anschließend arbeitete er bei einem deutschen Baumeister und wurde dessen Faktotum im Büro und auf dem Gerüst. Auf Anraten seines früheren Lieblingslehrers in der Gewerbeschule, schrieb sich Rotschingk 1918 auf die Kunstgewerbeschule in Budapest ein. Hier gelang es ihm, durch eine Zwischenprüfung zwei Semester zu überspringen. Inzwischen kam der Zusammenbruch. In den Jahren 1919-1920 finden wir Sebastian Rotschingk in Szegedin, wo er Zuflucht im Gertianoscher Konvikt fand. In Szegedin verdiente er sein Brot als Graphiker und verfertigte Illustrationen für verschiedene "Revolverblätter". Für ganz kurze Zeit gelang es ihm nach Hause zu kommen, brach dann aber wieder nach dem Westen auf. In den Jahren 1920-1926 betreibt er Studien an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach drei Semester wurde er Meisterschüler von Erwin Kurz (Bruder der Dichterin Isolde Kurz) und Bernhard Bleeker, eine Stellung, die ein freies Atelier und Befreiung von allen Modellgeldern bedeutete. In München hatte Rotschingk auch ein Privatatelier. Mit anderen Banatern, die hier studierten, gründeten sie im Verband deutscher Studierender, die Banater Gruppe, die mit der Zeit 70 Mitglieder zählte. 1926 erhielt er das Diplom eines akademischen Bildhauers.
Nun fuhr er heim, um seine Eltern zu besuchen. Die rumänischen Behörden ließen ihn nicht wieder ausreisen, er musste seinen Militärdienst nachholen. Nach dem Militär begann seine künstlerische Tätigkeit in Temeschburg. Dr. Hans Eschker stellte sowohl Sebastian Rotschingk, als auch Franz Ferch, eine Wohnung und Atelier zur Verfügung. Hunderte von Porträtbüsten kamen nun aus Rotschingk´s Hand. Nur einige seien hier erwähnt: Die Büste des Prälaten Blaskovics; die von Adam Müller-Guttenbrunn; Heinrich Schwicker und Dr. Hans Eschker, die auch im Festsaal der "Banatia" aufgestellt waren, der gewissermaßen wie eine Ruhmeshalle aussah.
Von seinen unzähligen Arbeiten möchte ich drei hervorheben: 1) Das Perjamoscher Kriegerdenkmal. Es machte Rotschingk insofern Schwierigkeiten, als die rum. Behörden den Gefallenen als rumänischen Soldaten dargestellt haben wollten. Der Ausweg war, daß Rotschingk den sterbenden Jüngling unbekleidet dargestellt hat. 2) Als das neue Gebäude des "Notre Dame" Klosters erbaut wurde (1936-1937), setzte man 1938 eine von Sebastian Rotschingk aus Kunststein gefertigte Madonna mit dem Kind über das Portal. 3) Das Giebelrelief des Jugendheimes (1939) zeigt eine mütterliche Gestalt, welche die "Banatia" versinnbildlicht, mit einem Buben und einem Mädel, in das Dreieck hineinkomponiert.
Man wollte Rotschingk unbedingt als Kunsterzieher in den Schuldienst holen, er aber wünschte seine Freiheit nicht aufzugeben.
Schließlich machte man ihm so viele Konzessionen, dass er nachgab und Lehrer an der "Prinz Eugen"- und an der "Lenau"- Schule in Temeschburg wurde.
Rotschingk organisierte auch Wanderausstellungen der deutschen Künstler. Im Jahre 1943-1944 sollte eine Route über Temeschburg-Hermannstadt-Kronstadt-Breslau bis Danzig, dann über Westdeutschland, München und Wien zurückführen. In der Breslauer Jahrhunderthalle überrollte die Front die ausgestellten Kunstwerke. Alles ging verloren. Von vielen Arbeiten Rotschingk´s blieb nur der Name zurück.
Nach dem Zusammenbruch, im Spätherbst 1944, die Familie Rotschingk´s verbrachte ihren Urlaub in der Gegend um Arad herum, flüchteten sie nach dem Westen. Erst 1946 gelang es Rotschingk als Kunsterzieher am humanistischen Gymnasium und an der Oberrealschule in Passau eine Stelle zu finden. Hier wurde er auch wieder schöpferisch tätig, dies beweist vor allem die Bronzebüste des Passauer Bischofs Simon Konrad Landesdorfer.
Nach der Flucht, als Rotschingk jede Möglichkeit zur Bildhauerei genommen war, erinnerte er sich seiner früheren Leidenschaft des Sammelns alter Bauernuhren. Diese dann intensiv betriebene Uhrensammlung weckte in Sammlerkreisen ein lebhaftes Echo. Er sammelte aber nicht nur Uhren, sondern auch alte Schlösser und Schlüssel aus allen Ländern, Bauernsachen, ja sogar Bauernstrümpfe.
Ein dicker, aber unvollständiger Band mühsam geretteter Fotografien seiner Werke, gab noch vor Jahren Zeugnis von seinen schöpferischen Leistungen. (Mir ist nicht bekannt, ob dieses Album noch existiert).
Sein Schaffensdrang gestaltete eine Fülle von Plastiken. Die vielen Porträtbüsten bedeutender Persönlichkeiten seiner Banater Heimat und Deutschlands sind geprägt von Schärfe und Beobachtung, Menschenkenntnis und plastischer Ausdruckskraft. Es ist kein Wunder, daß dieses fruchtbare Schaffen, Anerkennung fand, in Austellungen, Museen und Kunstpreisen. Werk und Schicksal wurden aber getragen von einer Persönlichkeit, die sprühende Lebenskraft mit Heiterkeit der Seele, Humor und Charm verband.
Im Jahre 1963 schied Rotschingk aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand, übersiedelte mit seiner Familie nach München, wo er bis zu seinem am 26. Juni 1971 erfolgtem Tode, seinem Hobby, der einmaligen Uhrensammlung nachging.
Werke: 1) Agrippina-Kopf. Lindenholz; 2) Sphinx. Lindenholz (beide Ung. Nationalmuseum); 3) Adam Müller-Guttenbrunn-Büste; 4) Joachim Ringelnatz; 5) Franz Blaskovics-Büste; 6) Heinrich Schwicker-Büste; 7) Johann Eschker-Büste; 8) Perjamoscher Kriegerdenkmal; 9) Madonna mit Kind. Temeschburg 1938 (Kunststein); 10) Madonna mit Kind. Temeschburg 1938 (Nußholz); 11) Hl. Josef. Temeschburg 1938 (Holz); 12) Giebelrelief des Deutschen Jugenheimes in Temeschburg. 1939; 13) Rumänischer Hirte. Temeschburg 1943 (Banater Museum); 14) Banater Sämann; 15) Garbenbinderin. Temeschburg (Nußholz); 16) Garbenbinderin. Temeschburg (Nußholz, jetzt Wien Privatbesitz); 17) Hans Schmidt. Porträt, 1939 (in Eisen gegossen); 18) Medusenhaupt; 19) Die Schalenträgerin; 20) Badende; 21) Johannes der Täufer; 22) Der Roller; 23) Der Drachentöter; 24) Die Kleckerin; 25) Simon Konrad Landesdorfer. Bronze, Passau 1952-53; 26) Kriegerdenkmal im hum. Gymnasium Passau, u.a.
(Literatur:1) Hoffmann, 167, 350, 366; 2) Kronfuss; 3) Rotsching; 4) Gertianosch, 155-164; 5) Ein treuer Banater; 6) Waldner-Perjamosch, 207; 7) Petri-Lexikon, 1612; 8) Gross, S. 28 Fußnote und S. 29; 9) Diplich/Deffert, 110, 147, 151;)
  

Ruß Johann
Lehrer, Mitbegründer des Banater Deutschen Sängerbundes

Johann Ruß kam am 18. November 1871 in Heufeld bei Hatzfeld, als Sohn des zu jener Zeit dort ansässigen Gertianoscher Fleischhauers Adam Ruß und dessen Gattin Katharina geborene Gerhardt, zur Welt.
In Heufeld besuchte er die unteren und nach Übersiedlung seiner Eltern nach Gertianosch, die oberen Klassen der Volksschule in diesem Ort. In den Jahren 1884-1888 war Johann Ruß Schüler des Piaristengymnasiums in Szegedin. Anschließend besuchte er die Lehrerbildungs-anstalt in Arad, die er 1892 mit Vorzug absolvierte.
In den Jahren 1892-1893 wirkte er als Unterlehrer an den Volksschulen in Sanktandres und Alexanderhausen. Im Dezember 1893 wurde er als Lehrer nach Gertianosch gewählt. Am 30. Dezember 1894 wurde er als jüngstes Mitglied des Lehrkörpers, damals erst 23jährig, schon zum Direktor der Gemeindeschule ernannt. Dieses Amt bekleidete er dann, kombiniert mit der Stelle eines Kantors, von 1894 bis 1928.
Ausgestattet mit tiefgründigen Fachwissen, eisernen Fleiß, war er aus eigener Kraft zu einem hervorragenden Schulmann emporgestiegen. Direktorlehrer Johann Ruß wurde zu einem der volkstümlichsten Pädagogen und erfreute sich allenthalben einer schier unbegrenzten Beliebtheit und Hochschätzung, sowohl in Gertianosch, als auch innerhalb der Banater Lehrerschaft. Unvergesslich bleibt sein Bemühen um den Gertianoscher Gemeindekindergarten und um das Schulgebäude. Zu jener Zeit wurde Johann Ruß auch in den Gemeinderat gewählt, dem er fast zwei Jahrzehnte angehörte. Im Vereinsleben der Gemeinde entfaltete er desgleichen eine erfolgreiche Tätigkeit. Im Jahre 1902 gründete er den Jugendverein, und war dessen Leiter. Er war auch Gründer des Gertianoscher Handels- und Gewerbevereins.
Zu seinen Idealen gehörte im besonderen das Gesangswesen. 1904 reorganisierte Johann Ruß den Männergesangverein, der ihn an seine Spitze stellte und dessen Obmann er war. Vom Jahre 1905 ist er Direktor des Gertianoscher Spar- und Vorschussvereins. 1909 war er Mitbegründer des Sängerbundes der Obertorontaler Landwirte, der ihn zu seinem Obmannstellvertreter wählte. Ein bedeutend größeres Feld bekam Direktorlehrer Ruß auf diesem Gebiet, als er mit Pfarrer Otto Dittrich die Sänger des ganzen Banats in den "Bund Banater Deutscher Sänger" vereinigte.
Das Hauptaugenmerk seiner Tätigkeit widmete er aber der Schule und dem völkischen Leben, an dem er stets regen Anteil nahm. Er stand mit Rat und Tat, in Schrift und Wort unablässig im Dienste seines Volkes. Als Fachmann in der Schulerziehung, veröffentlichte Johann Ruß zahlreiche Aufsätze über die Verbesserung des Unterrichts, die in Lehrerkreisen große Beachtung fanden. Außer Facharbeiten schrieb er eine Menge schönster Erzählungen (darunter auch einen Roman), zum großen Teil in schwäbischer Mundart. Diese Erzählungen erschienen in den Schwäbischen Volkskalendern und in den deutschen Zeitungen seiner Zeit. Sie fanden im Banat sehr guten Anklang.
Auf dem Gebiet des Volkstums trat er mit Feuereifer für die völkische Erneuerung des Banater Schwabentums ein. Johann Ruß wies mit großer Eindringlichkeit auf die Notwendigkeit der Erhaltung unserer deutschen Muttersprache und unserer deutschen Art hin.
Nach fast 40jähriger ersprießlicher Tätigkeit wurde er am 1. September 1928 in den Ruhestand versetzt. Die Gemeinde veranstaltete zu Pfingsten 1929 zu Ehren des langjährigen Direktorlehrers Johann Ruß eine großangelegte Festlichkeit, an welcher weite Kreise der Banater Lehrerschaft, zahlreiche führende Männer des Banater deutschen öffentlichen Lebens und die ganze Gemeinde teilnahmen.
Am 8. Oktober 1936 verschied er erst 65jährig und wurde in Gertianosch beerdigt.
(Literatur: 1) Johann Ruß; 2) Hoffmann, 152-153, 196, 3) SVK.1937; 4) Mettler, 141; 5) Hügel-Schulwesen, 95-97, 99, 120-121; 6) Gertianosch, 149; 7) Petri-Lexikon, 1624; 8) Metz, 219) 



Schmidt Nikolaus
Pädagoge, Fachautor

Nikolaus Schmidt wurde am 14. Februar 1911 in Blumenthal, in einer Kaufmannsfamilie geboren. Vater Nikolaus Schmidt, Mutter Theresia, geborene Titz. Die Volksschule besuchte er in seiner Heimatgemeinde. Als 11jähriger kam er nach Temeschburg, wo er 1922-1926 das Staatliche Deutsche Realgymnasium besuchte. Anschließend besuchte er die Katholische Deutsche Lehrerbildungsanstalt, die sogenannte Präparandie in der "Banatia". Hier absolvierte er im Jahre 1930 und erwarb sich das Lehrerdiplom. Ein Jahr lang lehrte er an der Ackerbauschule in Wojtek, dann war er 1931-1932 Lehrer und Organist in Neubeschenowa. 1932-1933 verrichtete er seinen Militärdienst bei den "Fünfer-Jäger" in Temeschburg. 1933-1934 war er dann Lehrer in Traunau und ab dem 1 September 1934 an der staatlichen deutschen Schule in Gertianosch. Den Weg für eine Aufnahme an staatliche Schulen hat er sich durch ein zweites Lehrerdiplom an der Normalschule in Karansebesch geebnet.
Im Jahre 1937 heiratete er Emilie Ochsenfeld, die mit ihm die Überzeugung teilte, Kinderreichtum sei ein Segen für die Familie und das ganze Volk. So kamen denn auch die fünf Kinder in kurzem Abstand zwischen 1938-1944 zur Welt. Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte es mancherlei Unstimmigkeit mit den neuen Führern des Banater Deutschtums gegeben. Schmidt war einer der "Schwarzen", wie der seines Direktoramtes enthobene Josef Nischbach oder Nikolaus Engelmann.
Während des Zweiten Weltkrieges war er 1942-1944 Dolmetscher beim 2. Panzerregiment in Bukarest. Erlebte im August 1944 das Umschwenken der Rumänen zu den Sowjets. In diesen Tagen größter Unsicherheit und Gefahr, während der einsetzenden Flucht, wurde in Gertianosch das fünfte Kind geboren. Nach dem Zusammenbruch wurde er im Herbst 1944 in ein Arbeitslager der Staatseisenbahnen eingewiesen, während seine Familie den Durchmarsch der deutschen Truppen, bald darauf den Einmarsch der Sowjets und die Verschleppung nach Russland miterlebte. Emilie Schmidt, die nach Hatzfeld vor die rumänisch-russische Kommission gebracht worden war, verdankte letztlich dem Säugling, dass sie nicht deportiert wurde.
Nach seiner Entlassung vom Arbeitsdienst im Mai 1945 war Nikolaus Schmidt als deutscher Lehrer stellenlos, das Vermögen enteignet. In der Gertianoscher Hanffabrik (die wie die Ziegelei eng mit den Namen Petö und Schneider verbunden war) fand er eine Stelle als Buchhalter. Die Arbeiten der "Säuberungskommissionen" kommen in Gang, und Nikolaus Schmidt wird am 1. April 1946, als einer der ersten deutschen Lehrer, wieder eingestellt, vorerst an der rumänischen Schule in Gertianosch, da deutsche Schulen erst durch die Schulreform von 1948 wieder bewilligt wurden.
Der damalige Direktor der rumänischen Schule, Stefan Bella (aus Bobda), ließ Nikolaus Schmidt, der nur halbtags angestellt war, alle deutschen Kinder, die jetzt die rumänische Schule besuchten, zusätzlich deutsche Sprache unterrichten. Gegenüber der Schule stand das Kloss´sche Haus leer. Dort bekam Nikolaus Schmidt ein Zimmer, das mit alten Bänken, einem Tisch mit Stuhl, und einer Tafel eingerichtet wurde. Hier unterrichtete Nikolaus Schmidt halbtagsweise 1946/1947 und 1947/1948 nur die deutschen Kinder in ihrer Muttesprache. Im Schuljahr 1947/1948 erteilte er - täglich eine Stunde zusätzlich zum regulären Unterricht an der rumänischen Schule - auch Nachhilfestunden den Absolventen der 7. Klasse (15 deutsche und 2 rumänische Schüler) in rumänischer Unterrichtssprache. Die Abschlussprüfung bestanden alle, besonders einige Mädchen, vorzüglich. Da Lehrer Schmidt in der Schule nur halbtags unterrichtete, versah er auch weiterhin, auf Geheiß des Eigentümers der Hanffabrik Petö, das Amt eines Buchhalters, das er in den Jahren 1945-1947 hier versah. Als Lehrer rief er den Rest der deutschen Jugend zusammen, sang mit ihnen deutsche Volkslieder und las ihnen Balladen und Kurzgeschichten vor. Als Direktor Bella einen gemischten Chor gründete, forderte er von Nikolaus Schmidt, dass auch die deutschen Jugendliche mitmachen sollten, ansonsten dürfe man im Kulturheim, wie das Gemeindewirtshaus nun hieß, nicht mehr in deutscher Sprache singen. Notgedrungen sangen die Deutschen nun auch im Kulturheim mit.
Im Sommer 1948 wird Nikolaus Schmidt vom Schulinspektorat in Temeschburg aufgefordert, in Bukarest an der Ausarbeitung von deutschen Schulbüchern für das kommende Schuljahr mitzuhelfen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Johann Wolf wird ein Arbeits-Kollektiv zusammengestellt, bestehend aus den Lehrern, Lotte Wilhelm, Karl Friedrich, dem Ehepaar Brosch, einer Kollegin aus Bukarest und Nikolaus Schmidt. Das Kollektiv hatte die Aufgabe für die Klassen 1-4 Lehrbücher aus dem Rumänischen ins Deutsche zu übersetzen. Diese rumänische Bücher waren ursprünglich aus dem Russischen ins Rumänische übersetzt worden.
Gemäß des Schulreformgesetzes wurden alle Schulen verstaatlicht und das Vermögen der Ordensschulen eingezogen. Nach diesem Gesetz hatten nun alle Nationalitäten das Recht in der eigenen Muttersprache unterrichtet zu werden, mit eigener Schulleitung, Verwaltung und Kontrollorganen. Generalinspektor über alle deutschsprachigen Schulen Rumäniens war Prof. Michael Pfaff, ehemaliger Lehrer am Deutschen Staatslyzeum zu Temeschburg, mit dem Sitz in Bukarest. Prof. Pfaff schlug Nikolaus Schmidt beim Unterrichtsministerium für den Posten eines Schulinspektors aller deutschen Volksschulen des Gebietes Banat vor. Nikolaus Schmidt konnte aus familiären Gründen diese Funktion nicht annehmen. So wurde Fridolin Klein, Mitglied der Kommunistischen Partei Rumäniens, zum Schulinspektor aller deutschen Volksschulen für die Region Banat ernannt.
In Gertianosch stand Nikolaus Schmidt, der nach der Schulreform im August 1948, zum Direktor der neuen deutschen Volksschule ernannt war, vor der großen Aufgabe, ein entsprechendes Gebäude für diese Schule zu finden. Im eigentlichen Schulgebäude waren die kinderreichen rumänischen Klassen (rum. Kolonistenkinder) untergebracht. Frau Helene Stilmungus, Witwe des früheren Tierarztes Jakob Stilmungus, hatte ein geräumiges Haus in der IV. Gasse, und damit sie keine Kolonisten bekomme, war sie einverstanden, hier die deutsche Schule einzurichten, und sie selber wurde als Schuldienerin angestellt. Vier Zimmer wurden zu Schulklassen eingerichtet. Im Garten musste ein entsprechendes Klosett gebaut werden. Die Steine dazu wurden von dem Unterbau einer verlassenen Windmühle am Ende des Dorfes gegen Hatzfeld besorgt. Alles wurde mit freiwilliger Arbeit der Eltern durchgeführt.
Mit Nikolaus Schmidt unterrichteten im Schuljahr 1948/1949, Hilda Ballauer verehelichte Barbu, Nikolaus Gerhardt, Marianne Neidenbach und im nächsten Schuljahr 1949/1950 als Hilfslehrer Josef Gilde (aus Rußland heimgekehrt, in fernunterrichtlicher Ausbildung), Philipp Mayer und Josefine Fuchs. Es bestand eine wahrhaftige Aufbruchstimmung unter den deutschen Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler. Auf Initiative von Nikolaus Schmidt wurde der Hausgarten zum Objekt eines lebensechten Naturkundeunterrichts, sogar ein Volk Bienen fand hier seinen Platz und ein Raum wurde für die Seidenraupenzucht genutzt.
Am 15. Februar 1950 wurde Nikolaus Schmidt an die Übungsschule der Deutschen Pädagogischen Lehranstalt in Temeschburg - auch eine Gründung der Schulreform - versetzt. Hier, wie einige Jahre später an der deutschen Schule in der Elisabethstadt (ehemaliges "Annaheim" der Liobaschwestern) war er auch für den Schulchor zuständig. In den Jahren 1958-1960 begann der Staat, die zehn Jahre zuvor gewährten Rechte nach und nach zu beschneiden. Eigenständige Schulen der nationalen Minderheiten wurden aufgelöst und als jeweilige Sektionen den rumänischen Schulen einverleibt.
Man wollte den Wunsch nach größerer Eigenständigkeit der nationalen Minderheiten drosseln. Schon die Zeit zwischen 1950-1960 war geprägt von politischen Schauprozessen gegen unterschiedliche Bevölkerungsschichten. Im Jahre 1960 werden 14 Deutsche in Temeschburg verhaftet und 1961 vom Klausenburger Militärgericht zu Strafen zwischen zwei und achtzehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sieben von ihnen - sie trafen sich seit mehreren Jahren gelegentlich an Namenstagen, mal bei dem einen, mal bei einem anderen - wurden einer Konspiration mit staatsumstürzlerischer Zielsetzung für schuldig befunden. Zu ihnen gehörten, neben Dr. Hans Reb, Dr. Hans Weresch, Dr. Peter Geiss, Apotheker Matz Götz, Dr. Hans Mayer, auch die Brüder Josef und Nikolaus Schmidt. Letzterer wurde zu 6 Jahre Zwangsarbeit verurteilt.
Am 13. Januar 1963 wurde Nikolaus Schmidt im Zuge einer Amnestie auf freien Fuß gesetzt. Die staatsbürgerlichen Rechte bekam er jedoch nicht. Auch die Wiederaufnahme seines Lehrerberufs blieb Nikolaus Schmidt verwehrt. Erst nach Monaten konnte er als Hilfsarbeiter eine Stelle erhalten, die er aber körperlich nicht durchhielt. Letztendlich fand er eine Stelle als Buchhalter bei der DCA (Staatliche Sammelstelle für verwertbare Restmaterialien), und genoss hier als tüchtiger, verlässlicher Mensch, Wohlwollen und Achtung der Vorgesetzten und Mitarbeiter. Trotz Aufhebung des Urteils und Rehabilitierung im Jahre 1971 durfte Nikolaus Schmidt den Lehrerberuf nicht mehr ausüben. Seine Vitalität blieb aber ungebrochen, was sich auch in einer Vielzahl von Nebenbeschäftigungen zeigte: Er sang im Kirchenchor (Dom und Innerstädtischen Pfarrkirche) und im neugegründeten Schubert-Chor. Nikolaus Schmidt wird zum Heilkräuterfachmann. Er hielt an der deutschen Volkshochschule unter Leitung von Erich Pfaff Vorträge zu diesem Fachbereich, veröffentlichte dazu eine Artikelserie und 1978 im Ceres-Verlag Bukarest, das von Ärzten und Laien geschätzte Büchlein "Wiese, Wald und Feld - eine große Apotheke. Heilpflanzen unserer Heimat und ihre Anwendung".
Im Jahre 1979 gelingt es ihm mit Frau in die Bundesrepublik auszusiedeln, wo seine zwei Söhne bereits waren. Die Töchter mit ihren Familien folgten. In Sindelfingen stellte er sich vollauf in den Dienst unserer Landsmannschaft und bekleidete das Amt des Vorsitzenden des Kreisverbandes Sindelfingen/Böblingen bis 1986. Es gelang ihm den Kreisverband zu einem Sammelpunkt der Banater aufzubauen. Im katholischen Gerhardswerk Stuttgart - Hohenheim, war er Mitglied des Vorstandes und Schriftführer.
Nach langer schwerer Krankheit verstarb Nikolaus Schmidt am 29. September 2000 in Schömberg. Die Trauerfeier und Beisetzung der Urne fand am 23. Oktober 2000 auf dem Burghaldenfriedhof in Sindelfingen statt.
(Litertur: 1) Hoffmann, 153-154; 2) Mettler, 142; 3) Gertianosch, 148, 151; 4) Täuber-Schmidt; 5) Petri-Lexikon, 1724-1725; 6) Schriftliche Mitteilung von Radegunde Täuber geb. Schmidt an Verfasser, 19.3.1995; 7) BP. 2000)  



Volk Michael
Dechantpfarrer, Ehrendomherr

Michael Volk entstammte einer kinderreichen Familie (15 Geschwister). Er kam am 23. August 1864 als Sohn des Volk Josef, Landwirt und der Anna, geborene Heine, in Gertianosch zur Welt. Besuchte 1875-1883 das Gymnasium und 1883-1887 die Theologische Hochschule in Temeschburg. Am 29. Juni 1887 empfing Michael Volk in der Domkirche zu Temeschburg die Priesterweihe. Anschließend war er, 1887-1893, Kaplan in Alt-Beba, Neu-Arad und Temeschburg-Josefstadt. In den Jahren 1893-1900 war Volk als Dompfründer und Präfekt im Emericanum, dann 1900-1905 als Vizerektor des Priesterseminars und Direktor der Diözesandruckerei in Temeschburg tätig. 1905-1909 bekleidete Michael Volk auch das Amt eines Notars der "Zentralen Kommission gegründet für emeritierte Priester" (Centralis commissio fundi emeritorum sacerdotum). Im Jahre 1909 wurde er Dechant, übernahm die Pfarrei in Bakowa, die er bis 1920 leitete. In diesem Jahr wurde Michael Volk zum Pfarrer in Perjamosch ernannt. Im Jahre 1926 avansierte er zum Ehrendomherr und ließ sich 1936 in den Ruhestand versetzen. Am 26. April 1940 starb Michael Volk in seiner Geburtsgemeinde Gertianosch und wurde hier beerdigt.
Ehrendomherr Michael Volk beschäftigte sich als Theologe mit Fragen der Dogmatik und der Kirchengeschichte. Er führte mit Umsicht und ausgeprägtem Einfühlungsvermögen seine Pfarrgemeinden.
(Literatur: 1) Schematismus, 1913, S. 131, 352; 2) Waldner-Perjamos, 188-189; 3) Petri-Lexikon, 2010-2011) 



Dr. med. vet. Weber Hans
Tierarzt, Fachmann im Pferde- und Reitsport

Hans Weber kam am 21. August 1900, als Sohn des Nikolaus Weber, Landwirt und der Susanna geborene Potje, in Gertianosch zur Welt. Nach fünfjährigem Volksschulbesuch im Heimatort, besuchte er das Piaristengymnasium in Szegedin. Hier war er Zögling im Gertianoscher Konvikt. Maturiert hat er aber 1920 im Deutschen Staatslyzeum (Realgymnasium) zu Temeschburg. Hans Weber begann sein Studium in Wien an der Tierärztlichen Hochschule, und schloss dieses Studium mit dem Doktorat 1926 ab.
Im Jahre 1927 übernahm er die tierärztliche Betreuung eines Ghidran-Pferdegestüts im Altreich, in Rusetu. Dieses Gestüt war eine Forschungsstelle, die in der Tierärztlichen Hochschule zu Wien einen Planposten ausgeschrieben hatte. Das Gestüt war Privatbesitz des damaligen rumänischen Königs Ferdinand. Da Hans Weber sein Doktorat in rumänischer Sprache nostrifizieren musste, war einer der Vorteile, in dieser "unwegsamen Walachei" (Ausdruck seiner Tochter) zu leben und die neue Sprache zu erlernen. Außerdem verhalf diese Stelle Weber zeitlebens die Funktion eines Staatstierarztes auszuüben. Mit der Übernahme des Gemeindetierarztpostens in Billed wurde er Kreistierarzt - Alexanderhausen und Neusiedl (Ujhely) kamen dazu.
Dr. Hans Weber kam Anfang der dreißiger Jahre nach Billed, wo er bis zum Jahre 1944 zum Wohle der Gemeinde und ihrer Haustiere tätig war. Anfangs praktizierte er privat, wurde dann aber in den Staatsdienst übernommen.
Nach dem Umsturz in Rumänien flüchtete Dr. Hans Weber mit seiner Familie, und mit noch anderen Familien aus Billed. Ihr Fluchtweg führte über das jugoslawische Banat, wo sie bei der Gemeinde Serbisch - Elemer von Titopartisanen gefangengenommen und im Lager Großbetschkerek eingesperrt wurden. Dort befanden sich schon sehr viele Deutsche aus Jugoslawien interniert. Am 28. Oktober 1944 erschossen die Partisanen aus diesem Lager grundlos 250 deutsche Männer, unter diesen befanden sich sieben Männer aus Billed, einer davon war Dr. Hans Weber, und noch 28 Männer seiner Geburtsgemeinde Gertianosch.
Dr. Hans Weber war nicht nur ein passionierter, sondern ein anerkannter Fachmann im Pferde- und Reitsport. Seit seiner tierärztlichen Praxis befasste er sich eingehend mit dem Reitsport. Seine Rennpferde brachten ihm viele wertvolle Preise und Auszeichnungen ein. Ununterbrochen arbeitete er an seinem Projekt, den Reitsport auf der Banater Heide im großzügigeren Maße einzuführen.
Nur wenige erinnern sich noch an den Reiterverein in Billed, der vor dem Zweiten Weltkrieg große Erfolge erzielen konnte. Über die Tätigkeit und Erfolge des Reitervereins fehlen heute alle Unterlagen. Durch die Kriegseinwirkungen und dem tragischen Tod seines Obmannes Dr. Hans Weber, sind alle Aufzeichnungen und Akten verlorengegangen. Trotzdem ist es bekannt, dass sowohl bei Dressurprüfungen als auch bei Sprung- und Fahrturnieren in den verschiedenen Banater Gemeinden, aber auch bei Kreis- und Gaufesten die Billeder Reiter, von Dr. Hans Weber angeführt, zur Spitze gehörten. Die schönen Pferde und die eleganten Reiter waren stets eine Augenweide.
So schreibt Dr. Matz Hoffmann in seinem Gertianoscher Heimatbuch aus dem Jahre 1935, anlässlich der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestand der Gemeinde Gertianosch u.a. folgendes: "... Der Montag 14. Oktober (1935), brachte ein Pferdewettrennen auf dem Viehstand, dessen Ordner Adam Reinbold und Dr. Hans Weber waren. An dem Dressurreiten nahmen N. Weber= Billed (1.Preis), J. Mayer=Teremia-Mare (2.Preis), Jakob Thöreß und Dr. Hans Weber teil ... Im Springen an der Longe gewannen A. Reinbold und Dr. H. Weber die Preise ..." Hans Ewald Frauenhoffer hatte im Manuskript zu seinem Buch: "Erinnerungen und Erlebnisse" auf Seite 309 die folgende Eintragung gemacht: "Einen Erfolg hatten 1937 auch unsere Reiter zu verbuchen. Der ehemalige Rittmeister Ludwig und sein Mitarbeiter Tierarzt Dr. Weber hatten es erreicht, daß die unter ihrer Leitung stehenden Reiter an einer Reiterveranstaltung in Temeschburg außer Konkurrenz mitwirken konnten. Die Veranstaltung war vom Militär durchgeführt und es nahmen mehrere ausländische Gäste daran teil. Unsere Reiter führten eine Quadrille auf, die tadellos funktionierte. Einen hervorragenden persönlichen Erfolg hatte dabei der Marienfelder Josef Mayer, der als Sieger aus dem Sprungreiten hervorging und in der Punkte-Bewertung vor Hauptmann Rang lag. Es war dies ein auschließlicher Erfolg der Reitervereine unseres Kameraden Dr. Hans Weber, Billed". Im Allgemeinen war der Gedanke der Reit- und Fahrvereine im ganzen Banat etwas Neues.
Interessant wäre es natürlich zu erfahren, was Dr. Weber´s Projekt, den Reitsport auf der Heide in großzügigerem Maße einzuführen, als es bis dann der Fall war, beinhaltete. Leider konnte ich diesbezüglich nichts in Erfahrung bringen.
(Literatur: 1) Almanach 1933, 58; 2) Hoffmann, 365; 3) Schriftliche Mitteilung von Susanne Neuwirth - Weber aus Wien (Tochter von Dr. Hans Weber) an Verfasser, 18.9.1995; 4) Schriftliche Mitteilung von Wilhelm Weber (Temeschburg-Billed) aus Bielefeld an Verfasser, September 1995)  

Schlußwort
Als ich mich dieser Arbeit zuwandte dachte ich nicht, dass es so viele Gertianoscher gab, deren Leistungen überörtlich von Bedeutung sind. Aber nach einem genaueren Studium ist es mir bewusst geworden, auf was ich mich da einließ. Ich glaube dem Thema gerecht geworden zu sein. Bestimmt gab es auch noch andere herausragende Gertianoscher und Wahl-Gertianoscher, die ich nicht erwähnt habe. Ich überlasse es einem Jüngeren, der meine Arbeit ergänzen und vervollkommnen könnte.
Ich hoffe, dass meine Arbeit dem Vorhaben gedient hat, eine doch ziemlich große Anzahl verdienstvoller Persönlichkeiten dem Vergessen entrissen zu haben.

Literatur:
* Almanach 1933 = Banater Deutscher Almanach. Sammelbuch der bekanntesten Banater  deutschen Vereinsleiter, mit besonderer Berücksichtigung der Fußball-Vereine der schwäbischen Dorfgemeinden. Arad 1933.
* Arzt im Osten 1943 = Dr. Matz Hoffmann: Gedenkworte zum Tode unseres Kameraden Dr. Josef Rieß. + S. 172. BP. 2000 = Todesanzeige von Nikolaus Schmidt. In: Banater Post. 20.10.2000.
* BBDS = Bund Banater Deutscher Sänger. IV. Bundesfest. Schubert Bundessängerfest in Detta am 25. und 26. August 1928. Festordnung. Textbuch. Temesvar.
* Biographische Spalte = Johann Röser wurde vor 96 Jahren geboren. In: Banater Post. 15.4.1966. S.2.
* Borovszky-Torontal = Borovszky, Samu: Magyarorszag Varmegyei es Varosai - Torontal Varmegye (Ungarns Komitate und Städte - Das Komitat Torontal) - Budapest (um 1910).
* Der letzte Weg = Der letzte Weg  Dr. Josef Rieß. In Südostdeutsche Tageszeitung-Banat. 24.10.1943. S. 11.
* Diplich/Deffert = Hans Diplich/Christof Deffert: Das Staatliche Deutsche Realgymnasium zu Temeswar. Die Deutsche Mittelschule Nr. 2 "Nikolaus Lenau" zu Temeswar. Dokumentation. 1982. S. 110, 147, 151.
* Dold, BDZ = Veröffentlichung eines Briefes an die Redaktion der BDZ. In: BDZ. 24.5. 1932.
* Ein treuer Banater = Ein treuer Banater weilt nicht mehr unter uns. Bildhauer Sebastian Rotsching gestorben. In: Banater Post. Juni ?- Juli 1971.
* Erzdechant = Erzdechant Wilhelm Prinzinger. In: Donau-Schwaben-Kalender, 1994. Donau-Schwäbische Gedenktage. Wir gedenken unserer Toten des Jahres 1992. S. 183.
* Festschrift 1990 = Festschrift. Landsmannschaft der Banater Schwaben. 40 Jahre Landsmannschaft 1949/50- 1989/90. Eine Dokumentation. München 1990.
* Gedenktage 1977 = Ostdeutsche Gedenktage 1977.
* Geier = Red. Luzian Geier. Kleines NBZ-Lexikon. Banater Deutsche Persönlichkeiten. 41. Fortsetzung. Dold, Stefan. In: Neue Banater Zeitung. 39.8.1981.
* Gertianosch = 1785-1985. Gertianosch. Wie es einmal war. Herausgeber: Heimatortsgemeinschaft Gertianosch
* Gertianosch/Bobenheim = Michael Mettler aus Gertianosch, 60. Geburtstag. In: Banater Post. 15.11.1973. S.15.
* Gross = Karl-Hans Gross: Stefan Jäger. Maler seiner heimatlichen Gefilde. Sersheim/Mannheim 1991.
* Hans Röser = Hans Röser gestorben. In: Banater Deutsche Zeitung. 8.9.1932. S. 7.
*  Hochstrasser = Den Geist der Zeit richtig erfasst. In: Neue Banater Zeitung. I. u. II. Fortsetzung. August 1990.
* Hoffmann = Dr.Matz Hoffmann:150 Jahre deutsches Gertianosch, Banat-Rumänien.1785-1935. Timisoara 1935. 
* Hügel-Schulwesen = Kaspar Hügel: Das Banater deutsche Schulwesen in Rumänien von 1918 bis 1944. München 1968.
* Interimskomission = Zwei deutsche Ärzte in der Inerimskommission des Temesch-Torontaler Ärztekollegs. Banater Deutsche Zeitung. 4.3.1941.
* Johann Röser = Johann Röser +. In: Lugoscher Zeitung. 8.9.1932.
* Johann Ruß = Johann Ruß. Ein echter deutscher Lehrer. In: SVK. 1930. S. 99-100.
Komanschek = S. Komanschek: Anton Rotschink +. In: Banater Post. 15.9.1960. S. 1 u.3.
* Kronfuss = Wilhelm Kronfuss: Bildhauer Sebastian Rotsching. In: SODVB. 11. Jg. 1962. Folge 2. S.65-72.
* Liebhard = Franz Liebhard: Menschen und Zeiten. Bukarest 1970.
* Ludwig = Nikolaus Ludwig: Monographie der röm. kath. Kirchengemeinde Gyertyamos. Herausgegeben anläßlich des hundertjährigen Jubiläums der Kirchen-Gemeinde Gyertyamos durch die Gemeindevorstehung. Temesvar 1885.
* Mettler = Michael Mettler. Gertianosch. Freilassing 1963.
* Mettler verstorben = Michael Mettler verstorben. Banater Post. 5.5.1989. S. 6.
* Metz = Franz Metz: Te Deum Laudamus. Beitrag zur Geschichte der Banater Kirchenmusik. (Rum./Deutsch). Bucuresti 1995.
* Michael Mettler = Michael Mettler lebt nicht mehr. In: Banater Post. 20.8.1989. S. 7.
* Orsovaer Pfarrer = Ableben des Orsovaer Pfarrers. In: Temesvarer Zeitung. 21.3.1923.
* Petri-Heilwesen = Dr. Anton Peter Petri: Heilwesen im Banat. Beiträge zur Geschichte des Heilwesens im Banat. Marquartstein 1988.
* Petri-Josef Rieß = Vor 20 Jahren starb Dr. Josef Rieß. Der Banater Gauobmann und seine Zeit. In: Der Donauschwabe. 16.Juni 1963.
* Petri-Kurzbiographien = Dr. Anton Peter Petri: Kurzbiographien deutschbewußter Männer im ungeteilten Banat.München 1979.
* Petri-Lexikon = Dr. Anton Peter Petri: Biographisches Lexikon des Banater Deutschtums. Marquartstein 1992.
* Petri-Matz Hoffmann = Dr. Anton Peter Petri: Namen die wir nie vergessen. Dr. Matz Hoffmann. In: Banater Post. 15.10.1964.
* Petri-Nikolaus Hoffmann = Dr. Anton Peter Petri: Doktor Nikolaus Hoffmann - dem Begründer und langjährigen Obmann der Banater "Semmelweis-Ärztegruppe" zum Gedenken. In: Der Donauschwaben- Kalender, 1965, S. 90-93.
* Petri-Normalschule = Anton Peter Petri: Die katholische Normalschule in Temeschwar/Banat. (1775-1844). München 1980.
* Pfarrer und Erzdechant = Pfarrer und Erzdechant Wilhelm Prinzinger verstorben. In: Banater Post. 10.12.1992.
* Podlipny-Hehn = Annemarie Podlipny-Hehn: Stefan Jäger. Bukarest 1972.
* Prinzinger = W. Prinzinger . In: Banater Post. 5.11. 1993.
* Reiter, W. = Wilhelm Reiter: Johann Röser. In: Donauschwäbische Rundschau. 3. 1953, Nr. 37, S.5.
* Rotsching = Prof. Sebastian Rotsching 65 Jahre. In: Banater Post. 15.4.1963.
* Schematismus 1913 = Schematismus Cleri Dioecesis Csanadiensis, pro anno Domini MCMXIII. Temesvarini 1913 (Statistisches Handbuch des Klerus der Tschanader Diözese für das Jahr des Herrn 1913. Temesvar 1913)
* Scherer = Anton Scherer: Der Hatzfelder Stefan Jäger, der Maler der Donauschwaben. In: SODVB. 35. Jg. 1986. S.90-91.
* Senz-Wir erinnern uns = Josef Volkmar Senz: Wir erinnern uns - Johann Röser. In: Donau-Schwaben-Kalender 1985. S. 188.
* SODTZ. 1943 = Dr. Josef Rieß gestorben. In: Südostdeutsche Tageszeitung -Banat. 22.10.1943.
* SVK.1937 = Johann Ruß, Direktorlehrer i.P.+. In: Schwäbischer Volkskalender. 1937. S. 151.
* Täuber-Schmidt = Radegunde Täuber: Nikolaus Schmidt ein rüstigerAchtziger. In: Donauschwäbische Forschungs- und Lehrerblätter. Heft 2 - Juni 1991. S. 90-93.
* Todesanzeige = Todesanzeige: Dr. Josef Rieß. Mitglied unseres Verwaltungsrates. In: Südostdeutsche Tageszeitung-Banat. 23.10.1943.
* TZ.1923 = Die Beerdigung des Orsovaer Pfarrers. In: Temesvarer Zeitung. 24.3.1923.
* Unsere Toten = Johann Röser +. In: Schwäbischer Volkskalender 1933. S. 98-99.
* Waldner-Perjamosch = Karl Waldner: Perjamosch. Homburg 1977.Abkürzungen:
BBDS = Bund Banater Deutscher Sänger
BDZ - Banater Deutsche Zeitung
BP = Banater Post
DS = Der Donauschwabe
DSFLB = Donauschwäbische Forschungs- und Lehrerblätter
DSK = Donau-Schwaben-Kalender
NBZ Neue Banater Zeitung
NW = Neuer Weg
SODTZ = Südostdeutsche Tageszeitung - Ausgabe Banat
SODVB = Südostdeutsche Vierteljahresblätter
SVK = Schwäbischer Volkskalender
TZ = Temesvarer Zeitung

Bemerkung des Web-Designers: Die oben aufgeführten Texte werden bei Bedarf (z.B. genannte Personen inzwischen verstorben) geringfügig überarbeitet. Grundsätzlich bleiben sie aber unverändert. 
  
    


 

                                                                                                 

  


 

                                                                           
    
  


 

               
    
  


 

               
  
    


 

               
  
    
  


 

               
  
  


 

               
  
 


 

               
  
   


 

               
    
   


 

               
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